Am Sonntag, den 7. Juni ist es soweit. Meine Wahlbenachrichtigung habe ich auch schon per Post erhalten.
Wo, wenn nicht auf EU-Ebene, bietet sich die Chance, die Fehler unserer schwarz-roten Koalition wieder auszubügeln. EU-Gesetzgebung steht über nationalem Recht und hat somit die Chance die uns unter fadenscheinigen Umständen aufgedrängte Aushöhlung der Grundrechte wieder aufzuheben.
Die Piratenpartei setzt sich dabei besonders für die Rechte der Internetgemeinde (nicht nur Bloggern, sondern allen, die Wert auf Datenschutz legen) ein. Hier Auszüge aus dem Populismus-freien Wahlprogramm:
- Informelle Selbstbestimmung
Jeder Bürger muss jederzeit und kostenlos die über ihn gespeicherten Daten einsehen, ändern und löschen können
- Patentrecht
Keine Recht auf Lebewesen, Gene, Geschäftsideen und Software!
- Urheberrecht
Re-legalisierung der Privatkopie
- Transparenz
“Jeder Bürger hat unabhängig von der Betroffenheit und ohne den Zwang zur Begründung das Recht auf allen Ebenen der staatlichen Ordnung, Einsicht in die Aktenvorgänge und die den jeweiligen Stellen zur Verfügung stehenden Informationen zu nehmen.”
- Open Access
Wissenschaftler, die auf Staatskosten oder mit staatlicher Unterstützung forschen, sollen die Ergebnisse dieser Arbeit der Allgemeinheit auch kostenlos zur Verfügung stellen
Natürlich lehnen die Piraten auch Zensursulas Internetzensur und die staatliche Überwachtung “Stasi 2.0″ wie Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchungen, Videoüberwachung, etc. ab.
Wer im Juni “die Großen” wählt, darf sich in 5 Jahren nicht über den elektronischen Polizeistaat Deutschland beschweren!
Links:
Der 1. April ist für Geeks oft ein harter Tag. Da werden Geräte und Services angekündigt, die es leider doch nie auf den Markt schaffen werden. Eine Liste der besten Aprilscherze 2009 möchte ich hier veröffentlichen und den Tag über aktuell halten.
Die Liste
Inhalt / gefunden bei / gefunden von
Bitte hinterlasst Hinweise auf andere Fundstücke in den Kommentaren und schaut bei Olis aptgetupdate.de vorbei. Er sammelt heute Aprilscherze aus dem echten Leben.

Am Donnerstag konnten sich meine Mitstreiter herzlich wenig für den kleinen Tastatur PC von Asus begeistern. Grund genug für mich, ihn selbst nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die beiden Ausstellungsstücke waren mittlerweile hinter Glas in Sicherheit gebracht, was mir gleich die unverhoffte Ehre einbrachte, ein paar Worte mit dem zuständigen Asus Product Manager zu wechseln.
Die Eckdaten der “Tastatur”:
- Intel Atom 1,6 GHz – 1 GB RAM
- 16/32 GB SSD Festplatte
- Windows XP
- 802.11n, LAN, Bluetooth 2.0
- 5 Zoll Touchscreen (Auflösung: 480×800 Pixel)
- VGA & HDMI out, Stereo in & out, 3x USB
- inkl. Akku: 950g
Also wofür demnächst Geld (je nach Ausstattung 350-500€) hinblättern? Das Konzept macht durchaus Sinn. Vor allem, wenn man den nicht ausgestellten TV-Connector mit einbezieht, der die Inhalte von der Fernbedienung auf die heimische Mattscheibe zaubert. In Kombination mit einer Eee Box vielleicht die Home Entertainment Lösung schlechthin.
einfach-eee.de hat zwei eindrucksvolle Videos (Interview + Test) online gestellt.
“Haben will” macht sich breit. Aber: das Modell kommt Mitte 2009 erst in Asien, bei Erfolg später in den Staaten und hierzulande auf den Markt.
Besser als der Repräsentant einer Softwarefirma, die für alle mobilen Plattformen Lösungen entwickelt, kann ich es auch selbst nicht ausdrücken:
“Es liegt nicht an der Hardware. Es ist das Betriebssystem, das zu langsam ist.”
Wir schreiben das Jahr 2009. Alle Welt versucht, Apples iPhone zu kopieren. Manchen (nüviphone G60) gelingt das recht gut, anderen weniger (Blackberry Storm). Gar keine Mühe hingegen gibt sich Microsoft. Beweis?
Dieses Bild zeigt www.spiegel.de geöffnet auf einem HTC HD mit Windows Mobile 6.1. Wer kann mir jetzt erklären, wozu 3G+ und der riesige Touchscreen gut sind? Oder die oft sehr träge Reaktion auf einfachste Interaktionen. So wird aus einem Scrollversuch eben ein Klick.

Das war genug gemeckert.
In angenehm heimisch klingendem Dialekt wurde mir der neue Dienst “My Phone” vorgeführt. Integriert in den normalen live.com-Dienst bietet es kostenlos die schnurlose Synchronisierung per WLAN oder 3G der üblichen Verdächtigen (Kalender, Kontakte, Aufgaben), funkt aber zusätzlich Fotos, Videos, Musik und den SMS-Speicher an Microsoft Server.
Der Service befindet sich derzeit in einer halb geschlossenen Betaphase; Microsoft schaltet regelmäßig neue Tester frei.
Natürlich musste ich meiner Alma Mater – der Universität Rostock – ebenfalls einen Besuch abstatten. Denn weder meine Kommilitonen noch ich selbst waren im Bilde, an welchen Themen die eigene Fakultät derzeit arbeitet.
Mich am stärksten beeindruckt haben:
1. Computer on a stick
Es handelt sich dabei um einen vollwertigen Computer (inkl. CPU) in Größe eines älteren USB-Speichersticks, der über diese Schnittstelle auch mit Strom versorgt wird und im Gastbetriebssystem mittels einer VLC-ähnlichen, aber proprietären treiberlosen Technik, den Bildschirminhalt des (sicheren) Stick-Betriebsystems anzeigt. Als beispielhafte Anwendung wird am Stand sicheres Onlinebanking gezeigt. Link: Telebanking-Stick / Com2Stick
2. das Schnarch-frei Kissen
Dieses Kissen könnte die sanfte und operationsfreie Lösung meines lauten, nächtlichen Problems werden und so manche Ehe retten. Das Kissen besteht im Inneren aus mehreren mit Luft gefüllten Kammern, die sich seperat füllen und leeren lassen. Über eine gezielte Steuerung des Luftdrucks lässt es sich nicht nur bequem einschlafen: Sobald die Technik Schnarchgeräusche wahrnimmt wird der Kopf in eine unbequeme Lage gedrückt, das Unterbewusstsein sorgt dann für eine neue schnarchfreie Schlafposition. Offizieller Name: Atmungs-Support-System
Mit meinem iPhone leider nicht kompatibel war der InfoBeacon, ein vernetzter Bluetooth-”Spammer”, der eingeschaltete Mobiltelefone in Reichweite beispielsweise mit Shoppingtipps versorgen kann.
Ein zweiter Stand durfte natürlich ebenfalls nicht auf meinem Rundgang durch Halle 9 fehlen: das Fraunhofer IGD.Hier wird eine faszinierende Technik gezeigt, wie sich Geschichte besser erleben lässt: ein iPhone oder UMPC (mit Kamera auf der Rückseite) dient als Hardware.
Die vom Institut für grafische Datenverarbeitung entwickelte Software erkennt in Echtzeit auf den Bilddaten der Kamera bekannte Objekte (z.B. den Reichstag in Berlin) und blendet dann Optionen ein, das Gebäude aus dem gleichen Blickwinkel zu einem anderen Zeitpunkt zu betrachten.
Auch ein zweidimensionaler Stadtplan wird mit iPhone um eine dritte Dimension und Zusatzinformationen (z.B. den ehemaligen Grenzverlauf) erweitert.
Mein Unwort des Jahres: “iPhone-Killer”.
Und egal, welches Gerät in den vergangenen Monaten so betitelt wurde: keines kam auch nur annähernd an die Usability eines iPhones heran, wenn es denn überhaupt erschienen ist.
Auf der CeBIT hatte ich nun selbst ein paar Alternativen in Händen. Zum Beispiel das Nokia 5800:
Ein ausführlicher Test war mangels SIM-Karte und WLAN-Verfügbarkeit leider nicht möglich. Dennoch hat sich schnell herausgestellt, dass Nokia ein gut ausgestattetes Gerät mit einer fast unbrauchbaren Software versehen hat: die Oberfläche orientiert sich an (nicht mehr existenten) Hotkeys und ist oft in Untermenüs verschachtelt. Häufig muss man scrollen, was aber nur mit seitlichen Scrollbalken funktioniert, die nicht leicht zu treffen und zu bedienen waren.
Eine Erfahrung der ganz anderen Art machte ich im Anschluss: innerlich schon als Vaporware abgestempelt, wurde ich am Asus Stand von gleich zwei
nüvifone Modellen überrascht. Zum einen das
M20:
Dank Presseausweis wurde das sonst hinter einem Glaskasten vor den Fingern der Besucher geschützte Gerät zumindest teilweise von einem Asus Mitarbeiter wunschgemäß bedient. Die Software für Windows Mobile ist noch nicht komplett fertig gestellt, zeigt aber vor allem eins:
Hände weg von Windows Mobile.
Das Schwestermodell G60 auf Linuxbasis stellte sich hingegen schon tapfer den Besuchern und wusste zu begeistern: Alle Programme starteten ohne merkliche Verzögerung sofort. Das Scrollen läuft iPhone-like flüssig und bequem. Wenn Garmin für diese Plattform Softwareentwicklungen zulässt, könnte sich vielleicht die erste spannende Alternative entwickeln.
[update]
Am heutigen Samstag habe ich ein paar weitere Modelle mit Touchscreen näher inspizieren können. Darunter “mein” Hoffnungsträger
Google G1 basierend auf
Android:
Ja, das Gerät läuft im Gegensatz zu Windows Mobile flüssig. Aber aus dem Hause Google hätte ich eine durchdachtere Benutzerführung erwartet. Die zahlreichen Programme waren zwar schnell gestartet, aber dass man im Webbrowser zur Adresseingabe nicht die Adresszeile antippen muss, sondern diesen Punkt nur durch drücken von “Menü” > “zu URL gehen” erreicht, erscheint mir arg unlogisch.
Ich fasse mich kurz:
- kein WLAN
- 3 Personen ist es nicht auf Anhieb gelungen die Tastensperre zu entfernen
- ich konnte keinen Webbrowser ausfindig machen
- ob der Bildschirm gedrückt werden möchte oder “streicheln” reicht, ist inkonsistent
[/update]
Der Trend zur Augenwischerei setzt sich 2009 fort. Wer Notebooks mit Display (statt Spiegel) sucht, wird nur noch selten fündig. Ein Modell, dass sich dem Widersetzen kann ist der Eee S101.
Setzt man das Gerät als Nachfolger des Eee 1000H an, hat sich einiges getan:
- Der Preis ist merklich gestiegen (ab etwa 520€)
- Das Gehäuse sieht edler aus / ist kleiner und leichter geworden
- Es kommen nur noch SSD (Solid State Drives) zum Einsatz
- Alle Betriebssysteme kommen künftig aus Redmond (XP Pro, Vista, Windows 7)

Auf dem Stand wurde das Gerät auch mit der Windows 7 Betaversion gezeigt. Erstaunlicherweise lief Windows 7 trotz nur 1 GB RAM ähnlich flüssig wie XP. Ich musste die Chance nutzen und Geekbench installieren / laufen lassen:

Etwas Ernüchterung brachte Richards Artikel bei macnotes: Um Treiberunterstützung für Linux und Standardkonforme Hardware (Hackintoshes) wird sich Asus künftig nicht mehr kümmern, da man ausschließlich auf Windows 7 setzt.
Warum der Traum (Asus Eee T91 / T101H) ausgeträumt ist:

Ohne Worte.
Die Auszeichnung für den beeindruckendsten Messestand hat sich 2009 die Deutsche Telekom mit den Töchtern T-Mobile, T-Online und T-Systems verdient.
Er war riesig, magentafarben und sehr gut besucht. Dazu freundliche Mitarbeiter und Publikumsmagnete wie das große Multitouch-Aquarium mit Mehrwert.

Sonst aber nichts neues von der Front: Als iPhone-Nutzer mit blau-Karte konnte ich keine überzeugenden neuen Tarife entdecken.
Am Donnerstag, dem 3. Messetag, noch Innovationen zu finden ist schwer. Aber das war auch ein eher untergeordnetes Ziel, als wir uns zu viert von Rostock auf den Weg nach Hannover gemacht haben.
Die Rostocker Oli und Björn von aptgetupdate.de, Henry und dazu meine Wenigkeit.
Vor Ort sind wir dann mit Zettt (Digitales Grundrauschen) um die Stände gezogen:

Erstes (2. Messebesuch am Samstag) Fazit: Den Ausstellerrückgang spürt man kaum: uns haben nur wenige Hersteller wirklich gefehlt. Gute Gespräche lassen sich auch 2009 führen, wer aber auf die Messe kommt, um Werbeartikel abzustauben, wird enttäuscht nach Hause fahren.
Details über spannende Produkte folgen in weiteren Artikeln…