Toshiba T110 Test + Linux Tipps [updated]
Da ich im Dezember ohne MacBook Air gen München fliegen musste (warum lässt sich hier nachlesen), habe ich Ersatz beschafft.
Meine Anforderungen:
- hohe Portabilität (10-13 Zoll)
- geringes Gewicht (bis 1,5 kg)
- guter Bildschirm (möglichst non-glossy, hohe Auflösung)
- ausreichend Leistung für Eclipse und die Wiedergabe von 720p Filmen
- und nicht zuletzt: gute Serviceoptionen
In diesem Bereich driften die Angebote weit auseinander. Auf der einen Seite gibt es den Premium-Sektor, z.B. lachte mich Lenovos X200s sehr an. Hier verzichtet man aber auf modernes Design und praktische Funktionen, wie eine Webcam, zugunsten von Business Features (Fingerabdruck Scanner, robustes Gehäuse). Leider ist aber der Preis in Deutschland happig (der Grundpreis liegt bei über 1600 Euro). Auf der andere Seite stehen Netbooks mit Atom Prozessor…
Nach einiger Recherche und dem Besuch von 3 Elektronikmärkten war der Kompromiss ein Toshiba T110. Auch wenn er nicht alle Punkte meiner Wunschliste erfüllt
- das Klavierlackgehäuse zieht Fingerabdrücke an
- das Display ist glossy
wird das Gerät zu einem sehr fairen Preis (um die 500 Euro) angeboten.
Dafür erhält man aber jede Menge Technik:
- Intel Pentium Low Voltage (SU2700) Prozessor mit 1,3 GHz
- 3 GB DDR3 RAM (800 MHz)
- 250 GB Festplatte (5.400 rpm)
- 11,6″ LED-backlit LCD Display im 16:9 Format
- fantastische Auflösung (1366×768 Pixel)
- GMA 4500M Grafikkarte
- HDMI + VGA Ausgang (max. 1920×1200 Pixel)
- guter Akku (Laufzeit unter Windows 7 etwa 6-7 Stunden, mit Ubuntu etwa 5, jeweils mit hellem Display und WLAN aktiviert)
- WLAN 802.11b/g (leider kein n)
- 5-in-1 Kartenleser (SD, Memory Stick (Pro), MMC, xD)
- Windows 7 Home Premium vorinstalliert
Meine Einschätzung nach 3 Wochen: Die Tastatur ist gut, das Touchpad zu klein, aber okay. Das Display lässt sich mit maximaler Helligkeit trotz Spiegeleffekt aber ertragen.
Zurück zum Betriebssystem: Windows kann ich – egal wie gut die Benutzeroberfläche bei 7 auch gelungen ist – nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Die Installation von Ubuntu gelingt mit einigen Tricks, unterliegt aber folgenden Beschränkungen:
- Das eingebaute Mikro wird von ALSA nicht erkannt
- Die Stromsparfunktionen sind Linux-typisch eher mau
Und jetzt noch ein Tipp, wie man Ubuntu (samt WLAN) vom USB Stick installiert bekommt:
- Unter Windows aktuelles BIOS Update von Toshiba herunterladen und installieren
- Ubuntu 9.10 (aktuelle Version, 32-Bit) herunterladen, Windows “USB Installer” herunterladen. USB Stick dann mit dem Tool erstellen.
- Computer herunterfahren, Neu starten und direkt per “ESC”-Taste ins BIOS Setup wechseln. Dort WLAN deaktivieren (sonst bricht Live CD mit einem Kernel Panic ab)
- BIOS-Einstellungen speichern, nach dem Neustart mit der “F2″-Taste den Boot Device Selector öffnen. Hier den USB Stick auswählen.
- Ubuntu normal installieren und einrichten. Achtung: Es steht nur LAN zur Verfügung, also ggf. Kabel bereithalten.
Jetzt kommt der (ziemlich dreckige) WLAN Fix:
- Windows XP Treiber für WLAN Karte hier bei Toshiba herunterladen. Im Terminal per
sudo apt-get install ndiswrapper-common ndisgtk
den ndis-Wrapper sowie die GUI dazu installieren.
- Den vermeintlich defekten Realtek Treiber sperren: dazu per
sudo gedit /etc/modprobe.d/blacklist.conf
die Blacklist laden und dort folgende Zeile ergänzen:
blacklist rtl8187se
- Notebook herunterfahren, beim Neustart in die BIOS-Einstellungen wechseln, WLAN dort aktivieren, speichern, neu starten
- Unter “Systemverwaltung > Windows WLAN Treiber” nun den heruntergeladenen Windows Treiber installieren. Ab diesem Zeitpunkt funktioniert WLAN, doch leider ohne WPA(2)-Verschlüsselung
- Jetzt kommt der verblüffende Trick. Folgende Befehle im Terminal ausführen:
sudo rmmod ndiswrapper;sudo modprobe rtl8187se
Dadurch wird der ndis-Wrapper entladen und an dessen Stelle der “defekte” Treiber geladen. Voila: Alles funktioniert.
- Wer zu faul ist, diesen Trick bei jedem Neustart erneut ausführen, bastelt sich ein Bash-Script und lässt es per RC bei jedem Start laden.
[UPDATE]
Um es Ubuntu zu ermöglichen, die Displayhelligkeit zu regeln, einfach folgendes durchführen:
- Die Datei /etc/default/grub mit Superuser-Rechten zum Bearbeiten öffnen (sudo vi /etc/default/grub)
- In der Zeile GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT folgendes ergänzen:
nomodeset acpi_backlight=vendor - Zu guter Letzt noch die Konfiguration anwenden per sudo update-grub
- Jetzt lässt sich die Monitorhelligkeit mit den Hardwaretasten steuern.
[UPDATE]
Bei Fragen oder Tipps zu Linux auf diesem Gerät einfach melden!












