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Offener Abschiedsbrief an Apple [updated]

5. Dezember 2009 72 Kommentare

sadapple.jpgEigentlich wollte ich in diesem Artikel nur eine weitere Episode der Ärgernisse mit meinem MacBook Pro beschreiben. Eine Episode, die ihr vorzeitiges Ende in einer Strafanzeige gegen Apple genommen hätte.

Der eine oder andere Leser erinnert sich vielleicht an die Qualität meines MacBook Pros – immerhin hatte ich ja an anderer Stelle schon darüber berichtet. Seit heute steht fest, dass ich wohl in diesem Leben kein Apple Produkt mehr kaufen werde. Warum?

Zur Vorgeschichte

Heute früh sehe ich, dass mein MBP irgendwie komisch dasteht – anders als sonst. Dann habe ich das Gerät vorsichtig umgedreht und schockierendes entdeckt:

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Ja, der Akku hat sich ausgedehnt. Von Explosionsspuren zum Glück nichts zu sehen. Hier noch einige Detailansichten:

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Apple “Care”

Da es sich hier offensichtlich um einen Materialfehler handelt – immerhin ist der Akku noch keine 1,5 Jahre alt – versuchte ich, schnell jemanden ans Telefon zu bekommen, um mein Problem zu schildern und einen Tauschakku zu erhalten. Samstag ist dafür wohl nicht der richtige Tag, denn erst nach 44 Minuten (zu je 14 Cent / Minute) hatte ich jemanden an der anderen Seite.

Dann allerdings der Brüller: “Ihr Akku ist nicht explodiert.”, diese Ausdehnung sei ein “normales Verhalten am Ende der Lebenserwartung”. Apropos Lebenserwartung: die liegt gemäß Hotline bei 300 Zyklen, also einem guten Jahr bei notebook-typischer Nutzung.

  • Tauschakku? Nein.
  • Verständnis für meine Verärgerung? Nein.
  • Bezüglich des (kleinen) Kratzers auf meinem Glas-Schreibtisch wurde der Fall aber immerhin eskaliert.

Und wenn mich der Kundenservice einer Firma (ja, ich habe mich auch zum Vorgesetzten durchstellen lassen) so verärgert, dass ich direkt im Anschluss am liebsten zur nächsten Polizeidienststelle fahren möchte, um Strafanzeige zu stellen, läuft etwas falsch.

Abschied

Mein erster Mac war ein weißes iBook G4 im Jahr 2003. Es folgten PowerMac, PowerBook, MacBook Pro, Mac Mini und zuletzt ein MacBook Air. Dazu unzähliges Zubehör wie Displays, Peripherie, iPhones und Software.
Doch das ist nicht alles: nicht zuletzt dank meiner Lobeshymnen auf das gute Zusammenspiel zwischen Soft- und Hardware und dem Support aus einer Hand konnte ich viele Freunde vom Mac überzeugen. Mindestens 10 PC User sind so mittlerweile zu begeisterten Macianern geworden, so wie ich einst einer war.

Doch das ist jetzt vorbei. Nach 6 Jahren endet diese Romanze, denn ich werde einer Firma, die ihre Kunden so mies behandelt, nicht weiter mein Geld hinterher werfen. Adieu, Cupertino.

notebooks.jpg

PS: Und zum Glück läuft OS X ja nicht mehr nur auf Geräten mit Apfel-Logo…

PPS: Mein MacBook Pro gibt es demnächst auf eBay zu erstehen.

[UPDATE]

Der Apple Executive Support hat sich vorhin (9.12. vormittags) auf mein Fax hin gemeldet und sich für das Verhalten der Supporthotline und meine Unannehmlichkeiten entschuldigt. Für weitere Rückfragen hinterließ mir die Dame ihren Namen und ihre (kostenlose) Telefonnummer. Die versprochene eMail “Bestellung von Komponenten zur Selbstinstallation” mit kostenlosem Ersatzakku liegt mir mittlerweile vor. Die Wut aus meinem Bauch hat merklich nachgelassen, ein fahler Nachgeschmack bleibt aber: Warum muss man so “drastische” Maßnahmen ergreifen, bis sich was tut?

[/UPDATE]

ServCity.de – vServer im Selbsttest

5. Oktober 2009 179 Kommentare

Der eine oder andere wird wissen, dass ich neben Uni und Hiwi Job noch an ein paar Webdiensten bastle, z.B. an

Gerade sind alle offline. Warum? Weiterlesen:

Diese kleinen Projekte sind bis vor kurzem auf einem Dell Poweredge gelaufen, der in meinem Büro als Testserver steht. Dank Standleitung von Kabel Deutschland war auch die Verfügbarkeit kein Thema.

Doch ich werde langsam alt und das Ding ist mir für den Dauereinsatz unter der Schreibtischleuchte einfach zu laut geworden. Also habe ich mich im Netz ein bisschen nach bezahlbaren virtuellen Servern (vServern) umgesehen und dabei die wirklich günstigen Angebote von ServCity.de gefunden. Der von mir auserwählte Tarif “Business” enthält laut Anbieter für monatlich 8,99 Euro

  • 50 GB HDD (RAID 1 gespiegelt)
  • eine Traffic Flatrate
  • 850 MB RAM garantiert (max. 4096 MB)
  • 1 IP-Adresse
  • 1 .de-Domain

Meine Odyssee Erfahrungen mit ServCity

Die Kurzfassung

Bestellt, bezahlt (PayPal), alles – trotz mäßiger Geschwindigkeit – eingerichtet. Doch schlimmer: der Server war ab dem 2. Tag gar nicht mehr nutzbar, denn die virtuelle Festplatte lief ohne meine Einwirkung so voll, dass sich u.a. mySQL nicht mehr starten ließ.
Angekündigte Reparaturzeit: 3 Tage! Der Kunden”service” verweigerte mir anschließend noch mein Rücktrittsrecht gemäß Fernabsatzgesetz.serverput.jpg

Die lange Version

Donnerstag, 01.10.2009 – 15:12
“Ein wirklich verlockender Preis.” Gedacht, bestellt und direkt per PayPal für 6 Monate im Voraus bezahlt.

Freitag, 02.10.2009 – 13:37
Leider immer noch keine Zugangsdaten erhalten. Beschwerde an den Support gemailt und habe tatsächlich kurz darauf die Zugangsdaten erhalten.

Samstag, 03.10.2009 – ganztags
Debian ist konfiguriert, alles läuft irgendwie suboptimal und langsam…

Sonntag, 04.10.2009 – gegen 10 Uhr
Der Server ist nicht mehr erreichbar. Nicht per Browser, nicht per SSH. Laut “VServer Control Panel” ist aber alles in Ordnung: also abwarten und Tee trinken.

Sonntag, 04.10.2009 – ein paar Stunden später
Der Server ist immer noch nicht erreichbar. Tippe mein Problem via Live!Zilla und hoffe auf schnelle Hilfe.

Sonntag, 04.10.2009 – noch später
Server immer noch down, keine Antwort. Dann probiere ich eben die per Mail mitgeteilte ICQ Nummer zur Kontaktaufnahme aus. Keine Reaktion. VServer mit dem Control Panel neugestartet. SSH Zugriff geht wieder: “df” sagt 100% der Platte voll. “ls” sagt, dass nur 7 Dateien überhaupt größer als 10 MB sind. eMail an die info-Adresse!

Sonntag, 04.10.2009 – 21:29
Endlich: eMail vom Support

Zu diesem Problem/Thema, haben Sie bereits eine E-Mail Newsletter erhalten.

Öhm. Nein. Habe ich nicht.

Erneute Antwort:

[...] da nicht alle Kunden mit dem Problem betroffen sind, können wir eine Kurzfristige Lösung nicht anbieten. [...] Das Problem mit dem Kernel ist unter anderem die Festplatten Kapazität an einzelnen Virtuellen Maschinen, welche wir beheben werden. [...]

[...] Das Festplatten Problem, dauert nicht bis Donnerstag an, dieser wird bereits am Dienstag behoben sein. [...]

Bereits am Dienstag = in drei Tagen. Das ist natürlich schlecht. Ich trete also gemäß Fernabsatzgesetz vom Vertrag zurück. Statt sich für entstandene Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, windet sich ServCity in falsch ausgelegten Paragraphen des BGB, z.B.:

  • §312b: Ups, aber ich bin doch gar kein Unternehmer, sondern handle als Privatperson
  • §312d Absatz 3: Gilt laut Gesetzestext natürlich nur, wenn beide Geschäftspartner ihre Vereinbarung vollständig erfüllt haben. Das hat der Provider aber offensichtlich nicht.

Dabei war die Widerrufsbelehrung in meinem Bestellvorgang alles andere als wasserdicht (man beachte die quasi nicht vorhandene Rechtschreibung sowie fehlenden Sätze):

Bildschirmfoto 2009-10-05 um 13.50.38.png

Montag, 05.10.2009
Auch einiges Hin und Her mit dem Geschäftsführer von ServCity, Herrn Marek Zarei, brachte keine Lösung: man besteht auf Erfüllung des Vertrages meinerseits. Mir scheint, ich bin der einzige “anspruchsvolle” Kunde auf diesem Planeten. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass sich noch Anwälte um diesen Mist kümmern müssen.

Fazit

Ach, das Fazit spare ich mir heute lieber. ;)
Habt ihr auch Erfahrungen mit ServCity gemacht? Welche anderen vServer Anbieter sind nicht nur bezahlbar, sondern auch empfehlenswert?