Sie lernen es nicht mehr… Dieses Mal: Jack Wolfskin
Warum müssen Deutsche Konzerne eigentlich immer gleich zur Anwaltskeule greifen? Sind es ihre Anwälte, denen dank Wirtschaftskrise die Felle Fälle ausgehen?
Besonders amüsant wird das Vorgehen der Firmen, sobald so ein Fall wie hier zum PR-Desaster geworden ist.
Die Hintergrundgeschichte kurz zusammengefasst: Jack Wolfskin verkauft Produkte, die das Gefühl von “Freiheit und Abenteuer” vermitteln sollen oder wie die Firme es selbst ausdrückt: “Draussen zu Hause – Outdoor ist unser Thema”. Markenzeichen ist eine Wolfstatze. Und genau dieses ist nun Stein des Anstoßes: Jack Wolfskin hat mehrere Anbieter auf dem (alternativen) Marktplatz DaWanda wegen Verwendung von Pfoten abgemahnt.
Aus der daraufhin vom Unternehmen veröffentlichten Pressemitteilung (die weder Reue noch Einsicht enthält) zwei kurze Zitate:
Die typische Jack Wolfskin Tatze ist als Marke geschützt. Daher dürfen Dritte keine ähnlichen oder identischen Zeichen für ähnliche und identische Waren, wie sie Jack Wolfskin anbietet, im geschäftlichen Verkehr benutzen.
Cleverer Schachzug vom Unternehmen. Das musste auch die “taz” schon spüren, die sich ihr Logo nicht hat schützen lassen.
Leider ist es notwendig, auch verhältnismäßig kleine Anbieter mit einer Abmahnung und entsprechender Kostenerstattung zu kontaktieren.
Wieso ist das notwendig? Andere (namentlich zum Beispiel Google und Apple) schaffen es doch auch, zuerst freundliche eMails zu versenden.
Fazit
Freiheit predigen und Abmahnungen trinken versenden passt einfach nicht zusammen. Deshalb landet hier ein weiteres Unternehmen auf meiner schwarzen wird-nicht-mehr-gekauft Liste.
Und sich die Geschichte für Jack Wolfskin gelohnt hat? Das jahrelang optimierte Image lässt sich im Internet binnen Tagen zerstören (siehe Screenshot oder Wikipedia). Welchen Schaden hätten hingegen handgebastelte Tierpfoten dem Konzern verursacht?
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