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Archiv für April, 2009

Hackintoshbauer PearC mahnt Blogger ab [updated 2]

30. April 2009 1 Kommentar

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Bei Oli im Twitter Feed gelesen kann ich euch diese Info nicht vorenthalten:

Roland, Betreiber des Blogs Café Digital wurde wegen diesem Artikel vom deutschen Hackintosh-Hersteller PearC (HyperMegaNet UG) abgemahnt. Der ursprüngliche – dank Googles Cache Funktion – objektiv geschriebene Artikel behandelt die rechtliche Situation von OS X auf Dosen sowie Hintergründe zur Firma aus Wolfsburg.

Auf das Angebot eines Interviews wurde seitens PearC angeblich bisher verzichtet. Blogger abzumahnen, anstatt den offenen Dialog zu suchen ist immer ein unfeiner Schritt, auch wenn der Artikel veraltet war. Unter anderem ist die Gesellschaft mittlerweile gegründet und die Bestellung nicht mehr nur per Vorkasse möglich.

Per eMail erhielt ich folgende Antwort von PearC:

[...] und freuen uns über jegliche Aktivität in der Blogger-Szene,insbesondere natürlich über Einträge, die uns thematisieren, sowohl positiv als auch kritisch, beziehungsweise negativ.Was uns jedoch weniger gefällt, sind vorsätzlich verbreitete Unwahrheiten. Dies war in dem von Ihnen erwähnten Blog der Fallund auch nach mehrmaligem Hinweisen und einer 2monatigen Frist wurde der entsprechende Eintrag leider nicht korrigiert. [...]

[update]

Jan Spitzmacher, ein Mitarbeiter von PearC teilte mir soeben folgende Informationen mit, die ich vorerst ungeprüft übernehme. Hoffentlich kommt Feedback von Roland.

  • es hätte sowohl vor als auch nach der Abmahnung das Angebot eines Interviews gegeben
  • der betreffende Zusatz “in Gründung” sei gemäß BGB nötig bis die Eintragung ins Handelsregister erfolgt ist
  • von Anfang an wären verschiedene Zahlungsmethoden zur Verfügung gestanden

[/update]

[update 2]

Hier das Statement von Roland:

* es hätte sowohl vor als auch nach der Abmahnung das Angebot eines Interviews gegeben

Hat es in der Tat. Worauf wir auch ein solches in Aussicht gestellt haben und gerade dabei waren, uns den Kopf über die exakten Inhalte zu zerbrechen, als uns die Abmahnung erreichte…

* der betreffende Zusatz “in Gründung” sei gemäß BGB nötig bis die Eintragung ins Handelsregister erfolgt ist

Korrekt. Es handelt sich allerdings nicht um eine herkömmliche GmbH mit der ihr eigenen Kapitaleinlage, sondern um eine Unternehmergesellschaft (UG), also die “kleine GmbH” (mit einer Kapitaleinlage von minimal 1 EUR statt der 25.000 EUR der GmbH) die seit 2008 vom Gesetzgeber als preiswertes Gegenstück zur britischen Limited ermöglicht wurde, “haftungsbeschränkt” ist und unseres Wissens (zumindest hier im Rhein-Main Gebiet) wesentlich schneller ins HR eingetragen wird als die normale GmbH. Wir hätten vermutlich den Aspekt der minimierten Kapitaleinlage und die daraus erwachsenden besonderen Implikationen der Haftungsbeschränkung im Artikel deutlicher machen müssen. Denn darum ging es uns eigentlich. Der Terminus “noch nicht geschäftsfähig” war insofern nicht korrekt und wurde deswegen ja auch abgemahnt.

* von Anfang an wären verschiedene Zahlungsmethoden zur Verfügung gestanden

Das war mir bei der doch recht intensiven Inaugenscheinnnahme der Website und des Shops – mit dem suchenden Blick des potenziellen Bestellers! – Anfang Februar nicht aufgefallen. Obwohl ich sehr genau danach gesucht hatte. Vielleicht wurde sie ja nachgerüstet? Später? Keine Ahnung. Wir lernen jedenfalls daraus, in Zukunft generell datierte Screenshots zu machen, um nicht aus der Erinnerung heraus argumentieren zu müssen. Man lernt eben nie aus ;-)

[/update 2]

[Webdev] Web-Arbeitsumgebung unter OS X

30. April 2009 3 Kommentare
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Natürlich gibt es eierlegende Wollmilchsäue wie Coda, die möglichst viele Funktionen unter einer Oberfläche vereinen. Aber Entwickler, die keinen Edu-Rabatt anbieten, werden in diesem Artikel auch nicht verlinkt ;)
Ich fahre mit kleinen, seperaten Anwendungen aber sowieso besser. Und meine Auswahl möchte ich euch hier vorstellen:

1. Terminal

Absolut unverzichtlich! /Applications/Utilities/Terminal.app

2. Macfusion / MacFUSE

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Macfusion mountet als schickes GUI-Frontend für MacFuse SSH- und FTP- Server bequem ins Mac OS X Dateisystem

3. Cornerstone

Mein Liebling unter den Subversion-Clients. Stabil, schnell und schick. Natürlich bekommt man Checkouts und Updates auch über die Command Line hin, aber ich stoße spätestens bei Locks oder dem Merges an meine Grenzen.

4. TextMate / SubEthaEdit

Die Klassiker unter den Texteditoren. Zwar habe ich TextMate öfter im Einsatz, SubEthaEdit ist dafür beim gemeinsamen Entwickeln oder Besprechen von Code unersetzlich. Gibt es eigentlich mittlerweile eine Art online Version von SubEthaEdit? Sollte doch umsetzbar sein…

5. Changes

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Bei Oli werden ihr die kostenlosen Tools DiffMerge und Apples Filemerge vorgestellt. Ich bevorzuge Changes, da man nicht die Apple Developer Tools auf der Festplatte haben muss und eine schicke Cocoa GUI geboten bekommt. Auch die nahtlosen Plugins für u.a. TextMate sollen hier Erwähnung finden.

6. Hex Color Picker

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Ein sehr nützliches Plugin: Es erweitert das OS X-weite Farbauswahlpopup um hexagonale Farben.

Und was setzt ihr ein?

[Werbung] .tel Domains

30. April 2009 7 Kommentare

[Trigami-Anzeige]

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Seit 3. Februar 2009 sind sie erhältlich: die neuen .tel Domains. Und sie wollen anders sein als alle bisherigen TLDs.
Was im Detail anders ist, versuche ich hier kurz zu erläutern:

Das erklärte Ziel war die Schaffung einer neuen Plattform für einheitliche Kommunikation: ein Mix aus online Adressbuch und sozialem Netzwerk.

Privatpersonen und Firmen veröffentlichen mit dem im Preis inkludierten Hostingservice auf einer Visitenkarte alle Kontaktmöglichkeiten. Dabei lässt sich einstellen, wer welche Infos zu Gesicht bekommt. Folgende Daten sind darunter:

  • Name(n)
  • Telefon- und Faxnummer(n)
  • Handynummern (auch für SMS)
  • Anschriften (privat, geschäftlich)
  • Instant Messanger (ICQ, AIM, Skype, etc.)
  • VoIP Daten
  • eMail-Adressen
  • Webseiten
  • Standort- bzw. Geo- daten

Diese Daten werden nun bei Aufruf der eigenen Domain für das entsprechende Endgerät (Webbrowser, Mobiltelefon, usw.) aufbereitet angezeigt.

Richtig spannend für die technisch Interessierten ist die Speicherung aller Kontaktdaten als DNS Einträge.
Für Firmen könnten diese Vorteile überzeugend sein:

  • Alle Arten der Kommunikation unter einem Hut
  • Von Anfang an beim Nachfolger der Gelben Seiten dabei
  • effiziente und kostengünstige Mobile Internetpräsenz
  • ohne eigenen Server, Webspace, o.ä.

Privatleute könnten hiervon profitieren:

  • Kontrolle über die Möglichkeiten, kontaktiert zu werden
  • Schutz der privaten Daten
  • Immer die aktuellsten Informationen online
  • Jederzeit Änderung der Daten in Echtzeit möglich
  • und alles ist mit nur einem Klick erreichbar

Wer macht schon mit?
Laut Registrar bereits viele international bekannte Firmen und Organisationen, darunter unter anderem: Microsoft, Google, CNN, MySpace, FedEx, Sony, Ferrari, Starbucks, NYPD, Apple,
Marriott, Nestle, Visa, Lucent, DeBeers, Exxon, Harvard, Old Navy, Red Bull, Xerox, Hard
Rock Café, Alamo, L’Oreal, Lotto, PartyPoker, Philips, HBO, RIM, Vogue, Virgin Media,
Rolex und viele weitere…

Was sagt die Presse über .tel?

  • Is “The Google of Online Phone Books” – CNN/Fortune
  • “The new domain, which stores and encrypts contact information directly into
    the Domain Name System, has the potential to become a phone book for the
    Internet.” – New York Times
  • “Think of .tel as a ‘live’ global white/yellow pages directory or communications
    hub that crucially leaves control of the contact and other information in the
    hands of the domain owner who can set different levels of access for different
    visitors.” – The Financial Times

Und HIER geht es zum Anbieter…

MacBook Air – sexy or not

29. April 2009 4 Kommentare

So ist das MacBook Air sexy:

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Aber im Schreibtischeinsatz mit externem Monitor, Ethernet-Adapter (leider notwendig), externer Festplatte sowie Tastatur und Maus dran sieht es leider nicht mehr ganz so sexy aus:

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Erinnerungen an diese IBM Parodie werden wach…

Boston Part II

25. April 2009 3 Kommentare

Wie versprochen hier ein paar eindrücke von der Stadt und mir im Shopping-Rausch…
Bei den Klamotten konnten wir einige Schnäppchen machen. Und auch Taco Bell haben wir endlich gefunden!

DSC_0030.jpg DSC_0021.jpg DSC_0016.jpg CIMG1013.jpg CIMG1015.jpg CIMG1017.jpg CIMG1008.jpg CIMG0999.jpg CIMG0982.jpg CIMG0983.jpg CIMG0988.jpg

Oder kurz zusammen gefasst:

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Boston Part I

24. April 2009 3 Kommentare

Guten Morgen Deutschland!

Der Jetlag ermöglicht es, um 5 Uhr Ortszeit Artikel zu schreiben und solche Bilder aus dem Hotelzimmer aufzunehmen…

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1. Flug

CIMG0961.jpgWir haben einen unglaublich günstigen Flug (130€ p.P., hin- und zurück, inkl. Steuern und Gebühren) bekommen und sind auch nur deswegen so kurzfristig geflogen. Bei den sonst billigsten USA-Flügen (ca. 350€) lohnt sich ein verlängertes Wochenende kaum…

Wer schonmal mit einer British Airways Boeing747 (Jumbo) interkontinental geflogen und sich denkt: schlimmer kann es nicht mehr werden liegt damit genau richtig. Dieses Mal sind wir mit Northwestern Airlines (nwa) geflogen und alles hat gepasst. Im Gegensatz zu BA waren keine Sitze defekt, die Innenverkleidung hing nicht herunter, die Stewardessen waren ausgesprochen freundlich und die Verpflegung war sowohl reichlich als auch lecker.

2. Hotel

CIMG0964.jpgWir haben uns für das Courtyard Boston Tremont Hotel entschieden. Zum einen lassen sich aufgrund der zentralen Lage die wichtigsten Sights per pedes erreichen und für alle anderen Fälle liegt die Subway nur einen Steinwurf entfernt.

Die Zimmer sind für amerikanische Verhältnisse zwar klein, da wir aber nicht vorhaben, den ganzen Tag im Hotel zu verbringen, stört uns das nicht.

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Dafür sind sie ausgestattet mit riesigem, extrem bequemen King Size Bed, LCD-TV, free wired high-speed Internet access und einer Kaffeemaschine und genügen somit unseren studentischen Ansprüchen.

3. Stadt

Hierzu folgt noch ein seperater Eintrag… Bis jetzt: Wir sind ohne Umschweife vom Flughafen mit der U-Bahn zum Hotel gefahren und haben ein paar Stunden geschlafen. Der darauf folgende Ausflug in die Stadt war den nötigsten Einkäufen gewidmet: Apple Store Boston (Ethernet Adapter für mein Air), CVS Pharmacy (Postkarten, Batterien und Stromadapter) und einem Pizzaladen. Endlich wieder ordentliches Essen…

P.S.: Mittlerweile ist auch hier die Sonne aufgegangen. Aktueller Ausblick aus dem Fenster:

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[Webapp Test] Moreganize

22. April 2009 Keine Kommentare

[Trigami-Review]

Die meisten Leser werden – genau wie ich – kleine, innovative Webtools verwenden, um die Probleme des Alltags schicker zu lösen.

Moreganize.jpgVorbild dieser neuen Generation minimalistisch anmutender Seiten war mit Sicherheit die Softwareschmiede 37signals mit ihren Businesstools Basecamp, Highrise, Backcamp und Campfire. Webentwicklern empfehle ich an dieser Stelle deren Buch “Getting Real” (hier online lesen).
Im privaten Bereich ist “remember the milk” oder Doodle sicherlich vielen ein Begriff. Und bei der Funktionalität von letzterem setzt jetzt auch ein neuer Dienst an.

Der Name: Moreganize.
Der Auftrag: Die gleiche einfache Bedienung, aber mehr Features.

Wer steht dahinter? Mehrere Absolventen der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) in Zürich haben sich zusammen getan, um dieses Tool für den eigenen Bedarf zu entwickeln. Darunter Juristen und Informatiker. Interessante Randnotiz: Auch Mitbewerber Doodle wurde überwiegend von ETH-Absolventen programmiert…

Was leistet moreganize? Man kann damit kostenlos

  • Termine vereinbaren
  • Abstimmungen (über andere Themen als Termine) durchführen
  • anonyme Meinungsumfragen erstellen
  • ToDo Listen für die (gemeinsame) Nutzung anlegen

Wie sieht das im Detail aus?

So einfach funktioniert das Anlegen einer neuen Abstimmung:

  1. Klicke den Button “Wahl treffen” auf der Startseite von moreganize.com
    mg1.jpg
  2. Dann geht es zu den allgemeinen Angaben: 4 Felder gilt es auszufüllen: Titel, Beschreibung (können Links enthalten), dein Name und eMail-Adresse (Pflichtfeld, leider…)
    mg2.jpg
  3. Auf der folgenden Seite kannst du dann die gewünschten Auswahlmöglichkeiten eintragen
    mg3.jpg
    Weitere Optionen wie Dateianhänge, Ablauftermine, etc. sind standardmäßig versteckt, lassen sich aber auf Wunsch einblenden
    mg4.jpg
  4. Fertig! Die Bestätigungsseite enthält noch den Link zum nachträglichen Bearbeiten der Umfrage sowie die an die Teilnehmer weiterzuleitende URL
    mg5.jpg

Was sieht der Teilnehmer?

Meine Testumfrage habe ich hier für euch verlinkt. Ihr könnt natürlich gerne teilnehmen und eure ehrliche Meinung kundtun. ;) Für alle anderen hier ein Screenshot:

umfrage.jpg

Warum moreganize? Weil

  • es mehr kann als viele Mitbewerber
  • es schnell ist
  • es klein ist (< 70 kb)
  • es kostenlos ist

Wo ist noch Verbesserungspotential?

  • ich bin bei meinen Tests auf einen Bug gestoßen
  • eine iPhone kompatible Version der Webseite bzw. eine App könnte man im Jahr 2009 eigentlich erwarten
  • leider ist es nicht möglich, Umfragen anonym (ohne Angabe einer eMail Adresse) anzulegen
  • Umfragen werden zwar schick dargestellt, auf einem Notebookbildschirm wird es aber schnell eng

Links

Was uns bevorsteht…

20. April 2009 2 Kommentare

Keiner sagt oder tut was dagegen. Ein Beitrag von choel aus dem Heise-Forum lädt zum kritischen Nachdenken über die neuesten Zensurpläne unserer deutschen Regierung ein:

Mit einem Ermächtigungsgesetz (KiPo Sperren) übertrug in der Bundesrepublik der Deutsche Bundestag zeitweise der Regierung bzw. dem BKA die befristete Befugnis zur Gesetzgebung. Nach der Jahrtausendwende kam es zu mehreren derartigen Gesetzen, die eigentlich der Verfassung widersprachen und anfänglich mehrfach vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurden.

Sie wurden letztlich verfassungsrechtlich toleriert, da sie mit Zweidrittelmehrheit beschlossen wurden, die auch zur Verfassungsänderung ausgereicht hätte.

Wenn ohne nähere Kennzeichnung vom Ermächtigungsgesetz gesprochen wird, ist jenes gemeint, das am 17. April 2009 beschlossen und am 20. April verkündet wurde, das Gesetz zur Behebung des Zugangs Volksfeindlichen Propagandamaterials. Es wurde von den Christdemokraten um Ursula v. d. Leyen und Wolfgang Schäuble beantragt und von SPD und weiteren bürgerlichen Parteien unterstützt; die kleinen Parteien hofften, damit weitergehende Machtansprüche der Christdemokraten eindämmen zu können. Gegen das Gesetz stimmten nur die 94 anwesenden Abgeordneten der SPD. Abgeordnete, die bereits verhaftet worden waren, wurden als „unentschuldigt fehlend“ betrachtet.

Dem Gesetz zufolge durfte künftig die Bundesregierung bzw. das BKA willkürlich Bürger verhaften, da eine rechtliche überprüfung den Überprüfenden selbst strafbar gemacht hätte. Das Gesetz war durch zwei Einschränkungen zeitlich begrenzt. Einerseits sollte es nur für die Dauer der gegenwärtigen Regierung gelten; dieser gehörten damals auch Nichtchristdemokraten an. Anderseits war die Dauer grundsätzlich für höchstens vier Jahre angesetzt.

Mit diesem Ermächtigungsgesetz wurde die Christdemokratische Diktatur weiter verfestigt, nachdem bereits mehrere Verordnungen zum Kampf gegen den internationalen Terror des Innenministers den Christdemokraten weitreichende Möglichkeiten der Bekämpfung ihrer Gegner gegeben hatten. Es bildete bis Mai 2021 somit die rechtliche Grundlage.

Seit Juni 2009 saßen in Merkels Regierung nur noch gefügige JA-Sager. Außerdem wurde das Kabinett im Laufe der Zeit durch zahlreiche Sonderbeauftragte weiter entmachtet. Im November 2009 wurde der Bundestag mit einer christdemokratischen Einheitsliste neu gewählt. 2013 und 2015 verlängerte der Bundestag das Ermächtigungsgesetz, 2019 wurde es per Führererlass verlängert.

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von 1949 machte Ermächtigungsgesetze eigentlich unmöglich, da es nur die ausdrückliche Änderung des Verfassungstextes erlaubt. Heute macht man u.a. die Finanzkrise für diese folgenschwere Entwicklung damals verantwortlich. Historiker sind sich jedoch nicht einig – auch die politisch kultivierte Terrorangst und nicht zuletzt die damit verbundene Polarisierung zwischen den verschiedenen Religionen spielte sicherlich auch eine Rolle.

Provider Blacklist

20. April 2009 3 Kommentare

Da die “alten Medien” sehr positiv darüber berichtet haben, dass ihr neuer Konkurrent Internet nun gefiltert wird, hier meine Meinung:

Die im folgenden genannten fünf Provider zensieren den Internetzugang ihrer Kunden ohne gesetzliche Grundlage oder Notwendigkeit für den User völlig intransparent. Die gesperrten Seiten werden von keinem Richter und keiner anderen vertrauenswürdigen Instanz geprüft! Die Liste der gesperrten Webseiten ist nicht öffentlich einsehbar.

Bild 1.png

Wer Kunde bei einem dieser Provider ist, sollte von seinem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen und damit sein Interesse an demokratischen Grundwerten (“Eine Zensur findet nicht statt”, Art. 5, Abs. 1, Grundgesetz) bekennen.

  • Deutsche Telekom / T-Online
  • Vodafone / Arcor
  • Telefonica / O2
  • Hansenet / Alice
  • Kabel Deutschland

Natürlich ist KiPo ekelhaft und zu verurteilen! Aber diese Zensur ist nicht nur leicht zu umgehen, sondern ruft auch Neider hervor. Die Content-Mafia (Musik- und Filmkonzerne) sowie der Verfassungsschutz sind bestimmt nicht weit, wenn es um Websperren ohne Kontrollinstanz geht.

Willkommen in der Volksrepublik China Deutschland!

R.I.P. eBay

18. April 2009 1 Kommentar

Datum des Artikels: 1. April 2011

Wie gerne erinnern wir uns noch an früher zurück…

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Dieses einst größte Auktionshaus im Internet. Wie praktisch es war, als es noch seinen Zweck erfüllt hat:

  • private Käufe und Verkäufe
  • günstig und übersichtlich

abzuwickeln.

Als man – statt alles zum Elektroschrott zu bringen – selbst für die unmöglichsten Dinge noch einen Abnehmer fand. Auch wenn es nur ein bis zwei Euro waren.

Anfang 2009 entschied sich die Geschäftsleitung jedoch dazu, das Handeln für private Nutzer Schritt für Schritt immer unattraktiver zu gestalten, was den langsamen Tod des Auktionsgedankens nach sich zog. So wurde beispielsweise für 26 wichtige Kategorien festgelegt, dass innerdeutsch keine Versandkosten mehr berechnet werden dürfen. Wer geht schon das Risiko ein, bei einem Abverkauf Verlust zu machen? Oder anders herum: Kalkulierte man das Porto in den Angebotspreis mit ein, war dafür anschließend die volle Verkaufsprovision zu zahlen.

Diese “Professionalisierung” führte nicht zu dem vom Management gewünschten Effekt, mit anderen Plattformen (wie z.B. Amazon) konkurrieren zu können. Im Gegenteil: Das ausbleiben der oft attraktiveren Privatauktionen bescherte dem Internetriesen einen massiven Verlust an Nutzern.

Lachender Dritter: Auf dem vor 2 Jahren international gestarteten, werbefinanzierten Dienst “Google Marktplatz” (Google Marketplace) beta wurden 2010 von über 100 Millionen angemeldeten Mitgliedern bereits knapp zwei Milliarden Artikel versteigert.

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