Archiv

Archiv für Juni, 2010

Bada – Samsungs Zukunft im Handymarkt oder Totgeburt

17. Juni 2010 1 Kommentar
Bada (koreanisch für Ozean) heißt das mobile Betriebssystem, das Samsung in diesen Tagen mit aggressiv bepreisten Handys an die Konsumenten bringen möchte. Zum Beispiel mit dem Samsung Wave (S8500), einer typischen Touchscreen-Flunder mit Super-AMOLED-Display für etwa 300 Euro Straßenpreis:
Samsung Wave
Auch die anderen Eckdaten sind zeitgemäß: 1 GHz Prozessor, 5 MP Kamera, GPS & Co.
Und dann der große Wermutstropfen: bada. Als Vorbild für diese Eigenentwicklung diente hier offenbar Apple, aber abgeschaut haben sich die Koreaner vorrangig negative Punkte:
  • Closed Source System, obwohl ein Linux Kernel im Hintergrund werkelt
  • kein (echtes) Multitasking
  • bada ist geschlossen, neue Anwendungen lassen sich nur signiert über den Store von Samsung beziehen
  • Apps mit “sexually exclicit content” auch “incite(s) violence or hate” schaffen es nicht in den Store
  • wer schon einmal ein Samsung Handy besessen hat, weiß, wie schlecht es um (oftmals nötige!) Softwareupdates bestellt ist. Samsung Galaxy Käufer müssen – sofern sie das Gerät nicht wegen Sachmängeln an o2 zurückgegeben haben – weiterhin mit Android 1.5 Leben.
  • Thema Datenschutz: Samsung möchte die Daten von Nutzern und Applikationen auf deren zentralen Profilierungsserver zusammen führen. Man muss kein Pirat sein, um das bedenklich zu finden.

Bada OS

Auch der eine oder andere Entwickler mag sich an den Kopf fassen, wenn er das Samsung Bada SDK mit dem vergleicht, was beispielsweise Android bietet:
  • als IDE kommt bei bada ein angepasstes Eclipse zum Einsatz. Das ist gut, aber Samsung bietet den Download nur für Windows an und ganz ehrlich: “stable” fühlt sich anders an
  • Programmiersprache der Wahl ist C++. Das ist okay, aber smartphone-entwickler.de weist auf einige abartig anmutende Gängelungen der Entwickler hin
  • für jeden Prozessortyp (ARM-8, ARM-11, etc.) und jede Bildschirmauflösung künftiger Endgeräte muss eine eigene Version entwickelt und in den Store geladen werden. Das geht gar nicht.
Also haben wir meiner Meinung nach wohl auch keinen besonders lebendigen Market zu erwarten, denn wer entwickelt schon freiwillig für ein solches System? Auch wenn Samsung die Telefone derzeit an jeden an Reporter und Entwickler verschenkt…
Herzlich lachen kann der geneigte Leser vielleicht auch über das diesen Monat vorgestellte Samsung Wave 2 Pro (S5330). Ich assoziiere Pro mit Professional, für Samsung heißt Pro aber: kein UMTS mit an Bord.

Was sagt ihr zu Bada?
Ich fürchte ja, dass die meisten Leser mit iPhone und Android OS glücklich sind, freue mich aber über First-Hand Berichte!
[UPDATE] Wahrscheinlich bekommt ihr bald von mir einen detaillierten Bericht. Habe bei der großen Welle ein S8500 abgestaubt. [/UPDATE]
KategorienSonstiges Tags:

Korrekturtool für wissenschaftliche englische Arbeiten

8. Juni 2010 3 Kommentare

Wer mir bei Twitter folgt, hat vielleicht von meiner Seminararbeit (Thema: An Introduction to Augmented Paper, PDF) gehört, die gestern ihren Weg zum Korrektor gefunden hat.

Niels (Homepage / Twitter) machte mich – in seiner zuvorkommenden Art – natürlich erst nach der Abgabe darauf aufmerksam, dass er ein nettes Tool entwickelt hat, um grobe Fehler in englischsprachigen Arbeiten zu vermeiden…

Nitpicker

heißt das gute Stück. Es bedient sich verschiedener Quellen, darunter

  • The Chicago Manual of Style: The Essential Guide for Writers, Editors, and Publishers (Chicago Editorial Staff)
  • Common Errors in English Usage (Paul Brians. William, James & Co)
  • BUGS in Writing: A Guide to Debugging Your Prose (Lyn Dupré)
  • und 7 weiteren…

um stilistische Fehler in Dokumenten zu verhindern. In meinem Beispiel monierte er zum Beispiel:

Seminararbeit.tex: 496:
‘It’s': did you mean ‘its’, ‘it is’, or ‘it was’? [Dupre: 80, #679]
[...ginning of an enormous growth. It's beacuse they are easy to handl...]

Seminararbeit.tex: 496: ’It’s': did you mean ‘its’, ‘it is’, or ‘it was’? [Dupre: 80, #679]   [...ginning of an enormous growth. It's beacuse they are easy to handl...]

Als Ausgangsmaterial schiebt man dem Nitpicker eine LaTeX Datei unter. Heraus kommen die Texthinweise dann wahlweise als Ausgabe auf der Command Line oder als Inline-Markierungen in der PDF-Datei (realisiert als LaTeX Erweiterung). Eine grafische Oberfläche ist in Planung.

PDF Ausgabe Command Line Interface

Wer mit so viel Kritik am eigenen Text umgehen kann oder muss, dem empfehle ich dringend einen Blick auf den Nitpicker, der aktuell als Beta Download für Windows, Linux und Mac OS X verfügbar ist.

KategorienSonstiges Tags: