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Archiv für November, 2010

Amazon Weihnachtsschnäppchen: Cyber Monday

28. November 2010 2 Kommentare

Morgen läuft bei Amazon eine Verkaufsaktion der besonderen Art: 30 Artikel, die per Abstimmung von den Kunden selbst ausgewählt wurden, stehen zu deutlich reduzierten Preisen zum Verkauf.

Cyber Monday

Das ganze ist natürlich an die aus den Staaten stammenden Black Friday Aktionen angelehnt und funktioniert bei Amazon so:

  • Ab dem 29.11. um 0:00 Uhr ist eine Liste mit genauem Zeitplan der Angebote online.
  • Um 10:00 Uhr startet der Verkauf und geht dann bis 22:00 Uhr.
  • Jedes Produkt ist für 2 Stunden zum reduzierten Preis – der erst bei Beginn des Verkaufs bekannt gegeben wird – erhältlich.
  • Jeder Kunde darf maximal ein Exemplar jedes Artikels kaufen – und solange der Vorrat reicht.

Was wird es zu kaufen geben?

  • PlayStation 3
  • Fernseher
  • TomTom Go 730
  • Logitech Harmony 900
  • Microsoft Office Home & Student

Und: Rabatt auf alle Einkaufe in Amazons MP3 Musikladen. Also durchaus auch attraktive Weihnahtsgeschenke, oder?

Zur Aktion: Amazon Cyber Monday

Mobile Apps: Nativ vs Web

26. November 2010 2 Kommentare

Das Thema ist momentan in aller Munde, nicht nur die Abschlusskeynote beim Google Developer Day 2010 in München befasste sich mit dem Thema. Bevor ich jedoch mit meiner eigentlichen Argumentation beginne, möchte ich zum Verständnis kurz die Profiteure des bisherigen nativen App-Modells vorstellen. Das hilft, einzuschätzen, warum der eine oder andere argumentiert, wie er es tut…

Profiteur I: Die Plattformbetreiber (Apple, Google, Nokia, …)

  • “Exklusiv-Vertrieb” bestimmter Anwendungen
  • Kontrolle über die Inhalte
  • indirekte und direkte Gewinne (Registrierungs- und Einreichungsgebühren sowie in der Regel 30% aller App-Umsätze)

Profiteur II: Softwareentwickler

  • mehr Aufwand = mehr Gewinn

Deshalb hier mein Versuch einer neutralen Betrachung des Themas.

Modell 1: Native Apps

Jeder kennt sie, jeder nutzt sie. Hier zwei populäre Beispiele:

Sie sind bequem über einen zentralen App-Markt zu installieren und dann z.B. auch offline im Flugzeug nutzbar. Aber sind das schon alle Vorteile?

Die Frage ist: warum native Apps entwickeln?

  • Es gibt einen einfachen, zentralen Marktplatz (zum Suchen, Finden, Installieren von Apps).
  • Jede Plattform stellt standartisierte Bedienelemente (Buttons, Textfelder, etc.) bereit.
  • Den Betreiber des Marktplatzes bieten in der Regel eine Möglichkeit zur bequemen Monetarisierung.
  • Es ist dank nativem Code möglich, hohe Rechenleistungen zu erzielen.
  • Die meisten Anwendungen lassen sich auch komplett offline nutzen.
  • Neue Hardware-Features (Kamerazugriff, Accelerometer, 3D Beschleunigung) stehen schneller zur Verfügung.

Dem gegenüber stehen gewichtige Nachteile:

  • Hoher Aufwand und teuer, da die Anwendung für die gängigsten Plattformen bereit gestellt werden sollte.
  • Unterschiedliche Programmiersprachen und -konzepte (Java, C, C++, C#, VB usw.)
  • Entwicklung teilweise nur mit den Werkzeugen des Hersteller möglich, z.B. Apple: Entwicklung nur auf Macs (OS X) und XCode möglich.
  • Es sind viele Testgeräte (alleine für die Android Plattform sind aufgrund der Diversifikation einige) erforderlich.

Modell 2: Web Apps

Diese Technik der Anwendungsentwicklung wurde zur iPhone Markteinführung von Apple gepriesen. Erinnert ihr euch? Der Markt hat sich mittlerweile gewandelt – zum Glück. WebKit ist plattformübergreifend zur vorherrschenden Browser Rendering Engine avanciert. WebCore werkelt mittlerweile in Mobiltelefonen von Nokia, Apple, RIM, allen Androiden, Palm, etc. Eine Ausnahme stellen – natürlich – die Geräte aus Redmond dar: Windows Phone 7 und dessen angestaubte Vorgänger kommen mit mit einem mobilen Internet Explorer.

Wie sieht eine moderne WebApp also beispielsweise aus?

Inwiefern profitieren Entwickler von Web Apps?

  • Schnelle Entwicklung mit bewährten Techniken (HTML, Javascript, CSS) sind die Grundlage.
  • Dadurch erzielt man Kompatibilität mit (quasi) allen aktuellen Endgeräten.
  • Auf moderner Hard- und Software kann man zusätzlich HTML5 Features (z.B. Canvas, Gradient) und hardwarebeschleunigten CSS3 Animationen nutzen.
  • Auf offenen Standards basierende Konzepte und Protokolle garantieren Zukunftsfähigkeit.
  • Weitestgehende Unabhängigkeit von den “Zensur”-Maßnahmen der Hersteller durch Bereitstellung auf dem eigenen Server.
  • Freischaltung und Änderungen sind sofort verfügbar, nicht erst nach tagelanger Prüfung des Marktbetreibers.

Warum haben sich Web Apps dann nicht durchgesetzt?

  • iPhone User wollten – verständlicherweise – unter anderem Dateien hochladen und ihren Standort nutzen, beides war zur Einführung so nicht möglich.
  • Außerdem sind natürlich Anpassungen an unterschiedliche Betriebssysteme, Browser und Bildschirmauflösungen (per CSS) nötig.
  • Internetverbindung (zumindest beim Start) ist eine eher lästige Voraussetzung.
  • Die Auffindbarkeit – mangels Marktplatz – und die nicht stattfindende Installation sind Hemmnisse für den potentiellen Nutzer.

Modell 3: Wrapped Web Apps – “Polyfill” – die Zukunft?

Es gibt verschiedene Ansätze, die Vorteile beider Welten zu kombinieren. Allen voran möchte ich Palms Initiative nennen, die Webtechnologien seit der Einführung von webOS als hauptsächliche App-Umgebung vorgesehen haben. Das Mojo-Framework machts möglich und dessen Nachfolger Enyo steht bereits in der Startlöchern. Für webOS aber auch alle anderen großen Plattformen (Blackberry, Apple, bada und Symbian) gibt es Tools wie PhoneGap oder AppCelerator Titanium.

Das besondere an Wrapped Web Apps ist eine Art Runtime-Umgebung, die vom Toolkit mitgeliefert wird. Es handelt sich um einen modifizierten Browser, der die offline vorgehaltenen Webelemente nicht nur direkt vom Gerät öffnet, sondern darüber hinaus auch bestimmte Dienste (z.B. Zugriff aufs Telefonbuch, GPS-Position, Offline-Datenbanken, …) plattformunabhängig bereit stellt. Wer als Entwickler bequem mag, nutzt im Toolkit Javascript Frameworks wie jQuery mobile oder joapp und bekommt damit gleich eine ansprechende Oberfläche.

Wie sehen solche Apps dann z.B. aus?

Kaum Unterschiede zum Modell 1 erkennbar, oder?

Weiterführende Informationen:

Sind unter meinen Lesern mobile Entwickler? Wie sind eure Erfahrungen? Was nutzt ihr am liebsten und unter welcher Plattform?

KategorienMobilfunk, Technik Tags:

Grooveshark – Spotify for the rest of us

15. November 2010 Keine Kommentare

Während wir Deutschen weiterhin auf die (Proxy-freie und legale) Nutzung Spotify warten dürfen, habe ich mich in ein ähnliches Angebot verguckt: Grooveshark.

Flash Startseite Flash Playback HTML 5 Preview

Die US-amerikanische Firma bietet quasi die gleiche Funktionalität nur ohne den ganzen “Mist” aussenrum. Grooveshark ist:

  • kostenlos
  • ohne Anmeldung sofort nutzbar
  • IP-Sperren-frei (keine Sperre für Deutschland)

Ja, ihr habt richtig gelesen! Einfach www.grooveshark.com öffnen, nach einem Track suchen und dann wahlweise automatisch ähnliche Songs hinzufügen lassen (“Radio”) oder die Lieblingssongs selbst aus dem Katalog heraussuchen. Man kann alle Vorschläge mit den bekannten Funktionen als gut oder schlecht (Titel wird sofort übersprungen) markieren. Angemeldete Nutzer können Songs auch favorisieren und die angelegten Playlisten dauerhaft speichern.

Für faire 3$ im Monat wird man VIP-Mitglied. Dafür erhält man zum Beispiel:

  • native mobile Clients für iPhone (Cydia), Android, webOS und Blackberry
  • den Grooveshark Desktop (Adobe Air)
  • last.fm Scrobbling
  • und (Highlight): man kann die HTML5 Preview der Seite schon jetzt nutzen

Zu schön um wahr zu sein? Entgegen anderslautender Diskussionen im deutschen Raum scheint die Seite legal zu sein – siehe Wikipedia (EN).

Deshalb mein Tipp: einfach testen! (Und dann hier bedanken, falls es euch gefällt ;) )

JustDict – das neue “instant” Wörterbuch

14. November 2010 5 Kommentare

Die Idee entsprang aus einer Notsituation: für HP/Palm webOS gibt es bis zum heutigen Tag kein einziges offline Wörterbuch! Das hängt wohl mit der Faulheit der Entwickler zusammen, die Wörterbucher nachträglich – also erst nach der Installation – auf die Palm Geräte zu schieben. “Mitliefern” wie bei Apples iOS oder Android ist (leider) nicht möglich.

Also machte ich mich auf die Suche nach freien (Open Source, Creative Commons, etc.) Wörterbüchern. Fazit: es gibt nur eine “ordentliche” Quelle für diese Daten: StarDict und daran angelehnte Projekte. Hier findet man haufenweise GPL-lizenzierte und Public Domain Datenbanken, die man für eigene Projekte verwenden kann. Sofern man die Daten denn aufgearbeitet bekommt… Denn für den produktiven Einsatz im Web und auf mobilen Endgeräten ist eine relationale Datenbank besser geeignet als das DICT Format (RFC2229). Meine ersten “Erfolge” habe ich per Twitter dokumentiert:

Nach etlichen Stunden war dann endlich ein funktionaler – und halbwegs performanter (< 10 Minuten / Wörterbuch) – Konverter geschrieben. Am nächsten Schritt arbeite ich gerade: der nachträglichen, schrittweisen Übertragung der komprimierten Daten ans Telefon.

Bis dahin sind schon zwei “Nebenprodukte” entstanden.

Zum einen die Webseite justdict.com, die dank “Instant”-Funktion wie Google die Suchergebnisse sofort anzeigt:

Zum anderen ein erster webOS Client “JustDict Free”, der ohne offline Datenbank auskommen muss, als kostenloser Download im Palm App Catalog.

Screencast:

Und nun zu euch: Kritik? Feedback? Ideen?

Links:

Fazit zum Android Developer Lab 2010 Berlin

3. November 2010 Keine Kommentare

Gestern war ich in Berlin. Google und die Hochschule Beuth hatten eingeladen zum deutschen Android Developer Lab 2010.


Foto by pixelfahnder


Fotos by Falko Richter

An sich eine gute Idee, doch haben mir zahlreiche Organisationsmissstände den Spaß verdorben.

Bevor ich mit dem Tagesprogramm anfange, gleich der erste Missstand: es gab keine offizielle Agenda. Auf der Anmeldungsseite waren nur 4 Google Mitarbeiter aufgelistet und der grobe Zeitrahmen angegeben (10-17 Uhr). Bei Xing fand man weitere (inoffizielle) Informationen zum Event, dort wurde die Hoffnung auf eine kleine Gingerbread (Android 3.0) Einführung geweckt.

Die Veranstaltung war ziemlich schnell ausgebucht, 300 Registrierte wurden zugelassen.

Wer mit der Hoffnung, Neues zu hören, nach Berlin fährt und dann nur über das “alte” OS 2.2 (Froyo) erfährt, ist wohl berechtigt enttäuscht. Konkrete Nachfragen nach neuen Features wurden billig gekontert: “What is Gingerbread?”.

Konkret durften wir 4 englischsprachigen Vorträgen lauschen:

  • Einführung in die “neuen” Features von 2.2
  • bessere User Interfaces für Android
  • native Anwendungen (C/C++) für Android (NDK)
  • wie man “epische” (epic) Anwendungen erzielt

Wer diese Punkte mit der Agenda für den Google Developer Day 2010 kommenden Dienstag in München abgleicht wird dramatische Überschneidungen finden. Ein Besuch beider Veranstaltungen ist damit für den einen oder anderen Teilnehmer mit unnötigem Aufwand und Kosten verbunden.

Das Mittagessen war auch irgendwie nicht das wahre. Den Teilnehmern wurde empfohlen, die nahe Mensa zu nutzen. Das Preis/Leistungsverhältnis war zumindest bei meiner Mahlzeit nicht gerechtfertigt. Hier hätte sich der Gastgeber ruhig um Sonderkonditionen oder seperate Verpflegung bemühen können. Zumindest ein Hinweis auf die nahe “Fressmeile” mit zahlreichen asiatischen und türkischen Schnellimbissen wäre angebracht gewesen.

Ein weiteres organisatorisches Highlight war ein kurz vor Veranstaltungsbeginn aufgetauchter Link auf der Anmeldeseite der Hochschule, der sich wie folgt las:

Google has a really exciting present for you, [...] but it did not make it to this event in time, but for christmas.

Wer sich Hoffnungen machte, wurde enttäuscht. Der Link wurde wieder offline genommen, eine Klarstellung erfolgte nicht.

Man darf hoffen, dass die Hochschule aus diesem – zweiten – Lab lernt. Ich jedenfalls werde mich nur noch bei vorheriger Veröffentlichung der Themen auf den Weg nach Berlin machen. Trotzdem danke an die Jungs von Google! Die hatten Abends wohl noch ihren Spaß in der C-Base

PayPal “Käuferschutz” bei Produktfälschungen via eBay

1. November 2010 11 Kommentare

Der eine oder andere mag es bei Twitter gelesen haben: auf dem Rückflug aus den USA hat ein Flugbegleiter von US Airways versehentlich meine Kopfhörer kaputt gemacht. Apropos: Heute, nach über 6 Wochen, kam der Scheck der Fluggesellschaft an.

Da ich mit den alten Kopfhörern sehr zufrieden war, sollten es nochmal die gleichen werden: Sennheiser CX400 II Precision. Einen ganz netten Testbericht zum In-Ear Kopfhörer gibt es z.B. hier. Aufgrund des satten Klangs eignet er sich auch gut für Hörbücher (Download Hörbücher bei audible).

Laut Vergleichsseiten fangen die Preise der deutschen Shops so bei 45€ an (Amazon). Bei eBay fand ich jedoch auch ein günstiges Angebot aus England. “the-stripes” (aka Anthony Clarke aus Essex) heißt der Shop, der massenhaft Sennheiser unters Volk bringt. Bei 99,6% positiven Bewertungen (über 2500 insgesamt) muss man sich ja keine Gedanken machen – dachte ich.

Falsch gedacht! Dass das, was bei mir ankam, kein Original ist, erkennt jeder Laie sofort. Falsche Materialien, miese Verarbeitung (Fehler eingeschlossen), unterirdischer Klang. Hier ein paar Fotos der “Sennheiser”:

Äußerlich hätte man es der Verpackung wohl nicht angesehen, aber im Inneren stimmt fast nichts. Selbst die mitgelieferte Hülle wirkt billigst.

1. Verkäufer kontaktieren

Anthony zeigte sich schockiert. Allerdings schien die Antwortmail aus Textbausteinen zu bestehen, so schnell tippt kein Mensch. ;)

Ich solle die Kopfhörer auf eigene Kosten nach England retournieren. Das Geld bekäme ich nach einer Prüfung der Kopfhörer samt Versandkosten zurück. Öhm: NEIN! Weitere Diskussionen liefen ins Leere.

2. Sennheiser informieren

Der Einfachheit halber zitiere ich hier die Antwort des Sennheiser Kundendienstes:

Nach Europa kommen die asiatischen Fälschungen nahezu ausschließlich über Internetauktionsplattformen wie ebay. Äußerlich sind die Plagiate zunehmend nicht von unseren Originalen zu unterscheiden, sondern oft erst nach einer Demontage des Gerätes, weshalb wir davon absehen müssen, jedem Internetplattform-Kunden zu bestätigen, ob er definitiv eine Fälschung gekauft hat.

[...]

Für betrogene Käufer können wir leider nicht mehr tun, außer darauf hinzuweisen, dass wir den Verkauf von Sennheiser-Produkten auf Internetplattformen beobachten und je nach Einzelfallentscheidung auch rechtliche Schritte gegen den Verkäufer einleiten.

3. PayPal einschalten

“Wozu gibt es denn den PayPal Käuferschutz?” – dachte ich mir. Also den Fall bei PayPal gemeldet. Reaktion des Verkäufers: Widerspruch.

Zwei Tage später dann eine eMail von PayPal:

Wir brauchen von Ihnen den Nachweis eines unabhängigen Dritten, der bestätigt, dass die Ware nicht authentisch ist.

Und so gehen Sie vor:

1. Bitte wenden Sie sich an einen Händler, Sachverständigen, Gutachter oder eine andere unabhängige Organisation.
[...]
Ebenfalls gut zu wissen: Wir können Sie leider nicht für eine eventuelle Gebühr, die für das Gutachten anfällt, entschädigen.

Danke für Ihre Mitarbeit und Ihr Vertrauen in uns.

OK, ich als Geschädigter muss als auf meine Kosten ein Gutachten erstellen lassen. Händlerschutz sozusagen, aber das Dings hieß doch anders, oder? Lustiges Detail am Rande. In der eMail ist von 10 Tagen die Rede. Online sieht es mit den Fristen ein wenig anders aus: Bis zum 4.11. (3 Tage!) habe ich noch Zeit…

Ja, ich reiche ein unabhängiges Gutachten ein. Aber nicht wegen den paar Mücken, sondern um gegen solche Händler etwas zu unternehmen!

Frage an meine Leser: hattet ihr schon vergleichbaren Ärger mit eBay und Paypal?