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Archiv für März, 2011

Nie wieder Expedia.de

28. März 2011 5 Kommentare

Tolle Geschichten kann man erleben, wenn man bei Firmen bucht, die ihren Firmensitz außerhalb der EU haben. So auch beim bekannten Reiseportal Expedia.de.

Was ist passiert?

Ich wollte im Februar einen Flug von Rostock nach München buchen (wer mich kennt oder mir gar bei Twitter folgt kennt meine Hasstiraden über die Deutsche Bahn samt “Publikum” vielleicht). Während ich die Flüge normalerweise direkt auf lufthansa.de buche, kam mir dieses Mal ein Gutschein gerade recht. Ein Bekannter sandte mir den Code für einen Voucher, der wohl den Preis aller Click & Mix Reisen um 70 Euro senkt.
Click & Mix? Das heißt noch schnell eine billige Absteige für eine Nacht dazu gebucht – die Differenz macht dann den Flugpreis günstiger.

Gesagt getan:
Daten eingegeben, Flüge und Unterkunft ausgesucht. Angezeigter Preis: 178,80 €.
Dann: Gutschein eingelöst. Neuer Preis: 108,80 €.
Und direkt per MasterCard bezahlt.
Wenige Minuten später: eine Reisebestätigung per eMail mit ausgewiesenem Betrag von 108,80 €.

Ab hier wird es lustig
Denn einige Tage später bucht die Lufthansa (nicht Expedia!) 146,03 € von meiner Kreditkarte ab.

Dabei kann es sich nur um einen Irrtum handeln – dachte ich. Ein kurzer Anruf bei der Expedia Hotline (030 / 20164021) verspricht mir schnelle Klärung und vor allem: die Erstattung der Differenz.
Ich rufe nach etwa einer Woche nochmal an, da sich niemand gemeldet hat und auch keine Gutschrift erfolgte. Sinngemäß: "wir haben das vorgemerkt, weil mehrere Leute mit dem Gutschein hatten, und erstatten Ihnen den Betrag demnächst".

Als ich drei Wochen nach meiner Flugbuchung immer noch nichts gehört hatte, beschwerte ich mich per eMail. Hier die dreiste Antwort – von der Rechtschreibung mal ganz abgesehen:

Sehr geehrter Herr Stiffel,

vielen Dank für Ihr Schreiben an Expedia bezüglich Ihres 70 Euro Gutscheins.

Ihr 70 Euro Gutschein ist an einen Mindestbuchungswert von 500 Euro gebunden.

Leider wurde aufgrund eines kurzfristigen Fehlers der Gutscheincode akzeptiert obwohl Ihre Buchung die Konditionen nicht erfüllt.
Daher wurde der Fluganteil in Höhe von ]€146,03 Ihrer Kreditkarte belastet, dieser Betrag ist nicht Rabattfähig.

Der Reisepreis ohne Rabatt wurde Ihnen während der Buchung angezeigt , leider haben Sie die zu diesem Gutschein gehörenden Konditionen überlesen.

Wir können aus diesem Grund keine weitere Erstattungen gewährleisten.

[...]

Bitte lesen Sie dazu noch einmal die beigfügten Gutscheinbedingungen.

Mit freundlichen Grüßen

M. Lehmann
Kundenservice
Ihr Expedia.de Team
Reisen. Wie, wann, wohin Du willst.
www.expedia.de
E-Mail: service@expedia.de

Expedia.de ist ein Reisevermittlungs-Service der Expedia Inc., 333 108th Avenue NE Bellevue, WA 98004, USA. Diese E-Mail wurde Ihnen im Auftrag und Namen der Expedia Inc. durch die TRX Germany GmbH zugesandt.
TRX Germany GmbH Am Borsigturm 13 13507 Berlin Amtsgericht Charlottenburg HRB 80161 Geschäftsführer: Shane Hammond, David Cathcart.
Bei Buchung einer Click & Mix-Reise ist Ihr Reiseveranstalter die Travelscape LLC, USA.

Weder dem Gutscheincode als solches noch der Buchungsseite waren die Konditionen des Vouchers zu entnehmen. Mit meiner Bestellung habe ich einen anderen Preis bestätigt als den, der letztendlich abgebucht wurde. Deshalb ist hier laut deutschem Recht hier wohl kein Vertrag zustande gekommen. Ob mir eine Rückbuchung via MasterCard gegenüber Lufthansa zusteht, hätte man juristisch prüfen müssen (Dreiecksgeschäft).
Nur zu gerne hätte ich Strafanzeige gegen Expedia erstattet, da das Verfahren für Beträge unter 50 € gar nicht erst eröffnet wird – vom ausländischen Firmensitz völlig zu schweigen -, habe ich mir den Aufwand gespart und meine Lektion gelernt: künftig wird wieder im Binnenraum gebucht. Vielleicht werde ich mir nächstes Mal aber einen anderen Anbieter raussuchen. Ich habe von Freunden gehört, dass ITS sehr seriös sein soll und auch günstige Angebote im Bereich Balearen anbietet. Ein Urlaub auf Mallorca wäre doch mal was tolles. Aber Expedia…nein danke.

Dazu fällt mir eigentlich nur eines ein:
Expedia. Reisen. Wie, wann, wohin Du willst, aber zu x-beliebigen Preisen.

Die Evolution am Handymarkt [CeBIT 2011]

3. März 2011 1 Kommentar

Eine Revolution im Mobilfunktmarkt wie die Jahre zuvor gab es 2011 auf der CeBIT nicht zu sehen. Die Hersteller waren dennoch fleißig, ihre Produkte mit neuen Features wie NFC (Near Field Communications = Kurzstreckenfunk: eine Technik, die künftig drahtlose Bezahlvorgänge vereinfachen könnte) oder 3D Kameras auszustatten.

Erster Hersteller auf meinem Messerundgang war Microsoft. Windows Phone 7 läuft ja bislang eher schleppend an. Das Interesse hielt sich auch am – ansonsten sehr gut besuchten – Microsoft-Stand zurück. Anstehen musste man jedenfalls nicht, um mit einem der ausgestellten WP7 Handys spielen zu können.

Apropos Windows Phone 7: Der neue Haus- und Hoflieferant Nokia war ebenfalls mit einem Stand vertreten, wenn auch in einer anderen Halle. Zu sehen gab es – wie erwartet – aber die “alten” Modelle mit Symbian^3.

Nebenan gab es bei Sony Ericsson das Xperia Play zu begutachten. Wer eine PSP-ähnliche Erfahrung vermutet, wird wohl enttäuscht werden. Die Ladezeiten und Grafik blieben bei meinem Test hinter der “richtigen” Spielekonsole zurück. Spaß macht es aber trotzdem und ich hoffe, dass dieses Gerät neue Impulse für die Spielebranche setzt, ihre Titel künftig auch für Android zu portieren.

Samsung hatte die Vorabversion ihres neuen Top-Modells Galaxy S 2 ausgestellt. Hut ab: So viel Technik in ein so kompaktes und leichtes Gehäuse packt sonst derzeit keiner. Wer sich an den Samsung-üblichen Softwareanpassungen (u.a. Touchwiz und KIES) nicht stört, findet mit dem S 2 einen perfekten Begleiter für unterwegs.

Überrascht hat mich BlackBerry. Nein, außer dem PlayBook gab es keine neuen Geräte zu sehen. Bisher hatte ich die Business-Telefone eher als “antik” belächelt, aber nach einigen Minuten Praxistest ließ sich das Bold (ohne Touchscreen) mit dem Trackpad mindestens genauso schnell bedienen wie das Handy, das ich täglich nutze. Auch das Spitzenmodell Torch mit Touchscreen und ausziehbarer Tastatur wusste zu gefallen.

LG schickt zwei neue Boliden ins Rennen. Beide unter dem Label Optimus, beide mit Zweikern-Prozessor und eingebautem HDMI Ausgang. Hauptunterschied ist die Kamera: Im Optimus P990 Speed kommt eine 8 Megapixel Kamera mit FullHD Video zum Einsatz, beim P920 3D sind es zwei 5 Megapixel Kameras, die gemeinsam 3D Filme aufzeichnen können. Nicht nur aufzeichnen kann das letztgenannte Modell, sondern das Display kann auch ohne Brille oder andere Hilfsmittel dreisimensionale Inhalte (Filme, aber auch Spiele) wiedergeben.

Kein Handy zeigt o2, aber den Prototypen eines Automaten mit zukunftsweisender Bezahltechnik: Per Anruf (künftig auch NFC) lässt sich bequem bargeldlos bezahlen. Dazu ruft man momentan die auf dem Automaten aufgedruckte Telefonnummer an, Sekunden später darf man das gewünschte Produkt wählen. Es folgt eine abschließende Bestätigungs-SMS.

Nicht ausgestellt hat leider HP/Palm. Es folgt noch ein allgemeines Fazit mit Highlights der CeBIT 2011, die weder mit Tablets noch Mobiltelefonen zu tun haben.

Tablet Highlights von der CeBIT 2011

3. März 2011 Keine Kommentare

Auch letztes Jahr gab es auf der CeBIT schon viele Tablets zu sehen. Brauchbar waren da allerdings noch wenige. Mittlerweile sind die Prozessoren (meist Dualcore) weiter, die Hardware dünner, leichter und vor allem hochwertiger. Deshalb hier (m)ein neuer Ausblick auf das Tablet-Jahr 2011.

(Marktstart und Preise beziehen sich auf Deutschland für das jeweilige Basismodell.)

Motorola XOOM
Marktstart: April 2011 (die ersten 3 Monate exklusiv bei der Telekom)
Einführungspreis: 700 €
Persönlicher Eindruck: Hmm, naja. Das ausgestellte Gerät hatte die finale Softwareversion installiert, verhielt sich aber dennoch träge und zickig (Programmabstürze und Probleme mit der Internetverbindung über HSDPA).

HTC Flyer
Marktstart: April 2011
Einführungspreis: 500 €
Persönlicher Eindruck: Netter kleiner Kasten, etwas schwer, aber hochwertig verarbeitet mit Alu-Unibody. Beste Innovation hier ist die Stiftbedienung, die unabhängig vom kapazitiven Multitouch-Display das Tablet zum Grafiktablett umfunktioniert, um Notizen zu schreiben oder Dinge zu markieren.

BlackBerry PlayBook
Marktstart: Juni/Juli 2011
Einführungspreis: 500-600 €
Persönlicher Eindruck: Obwohl das Display die gleiche Diagonale ausweist wie beispielsweise der HTC Flyer oder mein Archos 70 wirkt das Gerät von RIM sehr klein. Die gummierte Oberfläche fasst sich gut an, die Vorab-Version des Betriebssystems hat großes Potential. Hier wurde die Usability von webOS mit perfekter Geschwindigkeit (auf iPad-Niveau) kombiniert.

LG Optimus Pad
Marktstart: April 2011
Einführungspreis: 900 €
Persönlicher Eindruck: Das flotteste Android Tablet auf der CeBIT. Die Displaydiagonale bildet mit 9 Zoll eine schöne Zwischengröße zwischen iPad (10″) und den 7″ Tablets. Das Optimus Pad nimmt Filme mit zwei Kameras auch in 3D auf und kann diese über microHDMI an angeschlossenen 3D-Fernsehern ausgeben. Der Einführungspreis (seit Ankündigung schon um 100 Euro gesenkt) ist jedoch deutlich zu hoch.

Asus EeePad Transformer
Marktstart: Mai 2011
Einführungspreis: 450 €
Persönlicher Eindruck: Das einzige Android Tablet zur CeBIT, das ich sofort kaufen würde. Das Tablet lässt sich ins Scharnier einklicken, wodurch man ein Netbook mit vollwertiger Tastatur und Trackpad erhält. So macht Android 3.0 Spaß.

Asus EeePad Slider
Marktstart: April 2011
Einführungspreis: unbekannt
Persönlicher Eindruck: Witziges Konzept, das gut aussieht, aber in Sachen Verarbeitung und Handhabung hinter dem hausinternen Konkurrenten Transformer zurück bleibt. Die Tastatur ist nicht auf Notebook-Niveau und man verliert die Vorteile eines reinen Tablets, falls man die Tastatur unterwegs mal nicht benötigt.

ARCHOS
Am Stand von Archos gab es kaum interessante Neuigkeiten zu sehen, jedoch wurde die neue Produktlinie ARNOVA angekündigt. Auch bisher waren Archos Tablets beim Preis-/Leistungsniveau immer ganz vorne mit dabei, jedoch sollen mit ARNOVA neue Käuferschichten angesprochen werden. So verbaut man hier günstigere Komponenten, unter anderem resistive Touchscreens und mehr Kunststoff, um Preise unter 200 € realisieren zu können.

Das war also mein kleiner Tablet-Messe-Rundgang. Hier geht’s weiter mit den Handy-Highlights