DAK – Unternehmen Misswirtschaft
Vielleicht hat jemand gestern den dreist anmutenden Auftritt des DAK Präsidenten Herbert Rebscher bei busch@n-tv gesehen – falls nicht, lässt sich der Beitrag hier bei n-tv online abrufen.
In einer Krankenkassenlandschaft, die quasi keinen Wettbewerb zulässt (nahezu alle Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben), stellt sich die DAK an vorderste Front, um ihren Mitgliedern nun unsoziale Zusatzbeiträge (96 € / Jahr) abzuknöpfen.
Zugegeben: für die “Asozialität” der Beiträge kann die Kasse nichts: unser Gesetzgeber hat beschlossen, diese Zusatzbeiträge ausschließlich auf die Beitragszahler abzuwälzen, statt wie bisher auch Arbeitgeber mit knapp der Hälfte zu beteiligen. Damit müssen also auch Hartz4-Empfänger, selbst versicherte Studenten und andere einkommensschwache Wirtschaftssubjekte zahlen!
Als kleinen Vorgeschmack auf die von der FDP geplante “Kopfpauschale” kommt 2010 auf DAK-versicherte Studenten also schonmal eine Beitragserhöhung von über 12% zu (bisheriger Beitrag: 64,66 € / Monat).
Wer ein bisschen recherchiert, findet schnell heraus, dass die DAK selbst zu marktähnlichen Zeiten (also bis 2008) stets zu den teuersten Kassen zählte. Im Jahr 2006 “glänzte” sie beispielsweise damit, ihren Versicherten 14,5% des Bruttolohns (Arbeitgeber- & Arbeitnehmeranteil) abzunehmen, während andere Kassen mit 12,6% auskamen.
Dann beleuchten wir doch mal die von Herrn Rebscher angesprochenen Qualitätsunterschiede genauer:
- die DAK unterhält etwa 900 Geschäftsstellen in ganz Deutschland
(davon profitiere ich als Versicherter aber kaum bis gar nicht, da mir maximal eine nutzt und wichtige Entscheidungen meist nur von der Zentrale gefällt werden können) - die Hotline ist weder kostenlos (noch per Festnetznummer erreichbar)
- und für die Gestaltung der Homepage (Krankenkassendeutsch: Onlinefiliale) wird ganz offensichtlich auch nicht viel Geld ausgegeben:
- und nicht zuletzt zahlt man dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates das zweithöchste Gehalt der Branche
- die DAK mehr als 35% höhere Verwaltungskosten je Mitglied (!) ausweist und dennoch
- 2008 einen Überschuss von etwa 24 Millionen Euro erwirtschaftet hat
Und diese – seine – Krankenkasse will Herr Rebscher ernsthaft als Opfer des Systems darstellen?
Was sagt das DAK Versicherten – wie mir? Sofort wechseln!
- Versicherte bekommen quasi überall die gleichen Leistungen
- Wechseln geht wirklich einfach: mit Einführung der Zusatzbeiträge steht jedem DAK Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu. Ein formloses Kündigungsschreiben an die alte Kasse genügt.
- Gut wirtschaftende Kassen garantieren ihren Mitgliedern nicht nur den Verzicht auf Zusatzbeiträge, sondern zahlen gar Prämien am Jahresende – unabhängig von den in Anspruch genommenen Leistungen (z.B. 60€ / Jahr bei der HKK)



























