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Archiv für die Kategorie ‘Sonstiges’

Led Lenser M7 im ausführlichen Test

23. Juli 2010 Keine Kommentare

[Trigami-Review]
Lange ist mein letzter Trigami Testbericht her, heute geht es um die Led Lenser M7, eine High-End Taschenlampe für den Outdoor-Einsatz.

Lieferumfang

Was steckt im Paket?

  • Taschenlampe M7
  • 4 AAA Batterien (bereits eingelegt)
  • Gürtelclip
  • Trageschlaufe
  • Bedienungsanleitung
  • “Smart Card” (Kurzreferenz der verschiedenen Modi)

Alles kommt –  wie üblich bei Led Lenser – im schicken, schwarzen Karton. Die Lampe liegt gut in der Hand und fühlt sich qualitativ hochwertig an.

Funktionen

Zuerst muss man sagen: die M7 ist eine erstaunlich helle Taschenlampe. Sie liefert bis zu 220 Lumen LED-Licht! Das M im Namen steht für den verbauten Mikrochip, denn die M7 kann mehr als “nur” hell zu leuchten. Bei diesem Modell lässt sich die Fixierung nicht nur bequem einhändig verstellen (Advanced Focus System), sondern auch an jeder Stelle fixieren (“Fast Lock”).

Die M7 ist nicht meine erste LED-Taschenlampe, aber die erste mit Smart Light Technology.

Spannend hierbei sind die beiden Betriebsmodi: zum einen wäre da “Energy Saving”, in dem die Lampe langsam dunkler wird (etwa in der Geschwindigkeit, in der sich das menschliche Auge an die Dunkelheit anpasst). Zum anderen gibt es “Constant Current”, wo die Leuchtstärke über die gesamte Batterielebensdauer konstant gehalten wird. Etwa 5 Minuten bevor die 4 Batterien erschöpft sind, wird man per Blinksignalen (alle zehn Sekunden) an den bevorstehenden Wechsel erinnert.

Insgesamt 8 verschiedene Lichtfunktionen stehen in 3 Lichtprogrammen bereit.

Die acht Lichtfunktionen:

  1. Boost: sehr helles Licht per Taster
  2. Dim: auf 15% gedimmte Helligkeit (ideal zum Lesen von Karten)
  3. Morse: per Taster schnelle Lichtsignale senden
  4. Blink: langsames Blinklicht
  5. Strobe: sehr schnelles Blinklicht (z.B. zum Angreifer in die Flucht schlagen)
  6. SOS: Sendet das SOS-Signal (3x lang, 3x kurz, 3x lang) fortwährend als Morsecode
  7. Power: Dauernd angeschaltetes Licht
  8. Low Power: automatische Dimmung

Die drei Lichtprogramme:

  1. Ease Mode (Lichtfunktionen: AUS – Power – Dim)
    Genau das richtige für Leute, die einen Ersatz zur herkümmlichen Glühbirnen Taschenlampe suchen.
  2. Defense Mode (Lichtfunktionen: AUS – Power – Strobe)
    Vielleicht das richtige für Frauen, um sich vor Angreifern zu schützen. Selbst getestet: wer ins Strobolicht schaut, greift niemanden mehr an!
  3. Professional Mode (Lichtfunktionen: AUS – Power – Dim – Blink – SOS – Strobe)
    Mein Favorit zum Geocachen. Alle Funktionen sind verfügbar und die wichtigsten schnell zu erreichen.
    Mir ist vor allem “Power” wichtig zum Suchen, “Blink” hilft bei Nachtcaches immens, weil die Reflektoren dadurch stärker auffallen und “Dim” ist toll für blendfreies Lesen

Wer sich das nicht merken kann: einfach die “Smart Card” mit einpacken, hier ist alles übersichtlich in Scheckkartengröße zusammen gefasst.

Im Einsatz und Fazit

Ich habe die M7 in den letzten Tagen zu mehreren nächtlichen Geocaching Aktionen mitgenommen und muss sagen: ich bin begeistert. Taghell erleuchtet macht das Suchen gleich viel mehr Spaß! Hier zwei Fotos aus der Praxis:

Mein einziger Kritikpunkt am Produkt ist der Gürtelclip. Er ist zwar rotierbar, jedoch leider nicht zu Ende gedacht: beim Herausziehen der Lampe rutscht er gerne mal vom Gürtel, was in meinem Fall langwieriges Suchen zur Folge hat. Eine Neoprentasche wie bei den anderen Led Lenser Taschenlampen hätte mir hier besser gefallen.

Links

Jetzt zum Produkt

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twittipp zur WM 2010 in Zahlen

18. Juli 2010 1 Kommentar

Es hat Spaß gemacht – nicht nur mir, sondern offenbar auch vielen Mitspielern. Über Facebook und Twitter kamen viele Danksagungen rein, die mich sehr gefreut haben.

Twittipp Startseite

Twittipp Startseite

Doch wie sieht dieses Projekt in nackten Zahlen aus?

Das große Blogger Tippspiel (von Oli und Caschy) konnte über 1100 registrierte Teilnehmer verzeichnen.

Zur Aktivität:

  • 1060 Nutzer haben mindestens 2 Tipps abgegeben,
  • 963 Nutzer haben mindestens 10 Tipps abgegeben und
  • 710 Nutzer haben mindestens 50 Tipps abgegeben.

Apropos: knapp 71.415 Tipps sind eingegangen. Zieht man davon Änderungen bereits abgegebener Tipps ab, bleiben 58.095 Tipps übrig.

Davon:

  • lagen 13% exakt richtig (= 3 Punkte),
  • 10% hatten die richtige Tordifferenz und
  • 24% tippten immerhin noch auf den korrekten Sieger.

Besucher: Google Analytics berichtet, dass im Zeitraum der WM gut 8.500 Unique Visitors zusammen knapp 40.000 Visits und über 520.000 Pageviews twittipp.com erzeugt haben. Höhepunkt war der 14. Juni mit über 2.000 Visits.

Die Zukunft

Natürlich geht es weiter! Man munkelt sogar, dass die kommende Bundesligasaison schon angelegt ist. Aber twittipp soll offener werden, das heißt:

  • künftig könnt ihr auch eigene Tipprunden anlegen
  • an mehreren Tipprunden (und Veranstaltungen) gleichzeitig teilnehmen zu können
  • über eine sichere API auch anderen Projekten Zugriff gewähren

Ein paar weitere Ideen liegen noch in meiner virtuellen Schublade. Und wenn euch noch was einfällt: einfach melden!

P.S.: Weil die Frage aufkam: natürlich bleibt twittipp kostenlos!

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Samsung bada aus Entwicklersicht

18. Juli 2010 7 Kommentare

Wie sich das erste bada Handy – das Samsung Wave – im Praxiseinsatz schlägt, habe ich bereits hier ausgeführt.

Doch schon seit etlicher Zeit schreibe ich auch gerne mal eine kleine Anwendung für mein Handy. Sei es eine kleine Steuerung für mein MediaCenter oder eine Anzeige für meinen mobilen Schießstand (mal sehen, ob dieses Projekt jemals “reift” und hier vorgestellt wird).

Zugegeben: meine C++ Fertigkeiten waren etwas eingerostet, aber warum nicht ein gutes altes Buch (Nitty Gritty C++ von Till Jeske) zur Hand nehmen und das Wissen auffrischen. Gesagt, getan. Auf mich, der in letzter Zeit überwiegend mit Java und Skriptsprachen zu tun hatte, wirken zwar viele Konzepte mittelalterlich, aber die Geschwindigkeit und der Speicherverbrauch überzeugen.

Als erstes Projekt war eine kleine Geocaching Anwendung geplant, die folgende vier Basisfunktionen bereitstellen soll:

  • XML-Import der Wegpunktdatei
  • Kartenansicht mit eigener Position + Geocaches in der Nähe
  • Details (Text) zu einem Geocache
  • Navigationsmodus (Kompass und Entfernung zum Ziel)

Also keine wirkliche “Rocketscience”-App…

Versuch 1: Als Widget

Beim Wave sind Widgets fast die besseren Programme, denn sie laufen auch im Hintergrund und sind schneller zu erreichen. Zusätzlich gibt es hier keine Zwangsbindung an Samsungs App-Store (dazu nachher mehr). Stattdessen gibt es ein Eclipse-Plugin (Mobile Widget SDK) zum schnellen Entwickeln samt Emulator und selbst die BONDI-API wurde nicht vergessen. Sie erlaubt Zugriffe auf Systemfunktionen (Position, Kompass, lokales Dateisystem) per JavaScript.

Klingt doch alles super! Warum ich euch hier kein Widget zur Verfügung stelle? Deshalb:

  • im Emulator funktioniert immer alles, auf dem Wave nichts
  • es gibt kein On-Device-Debugging, man sieht also nicht, was wirklich schief läuft
  • meine App (aus BONDI-Beispielcode zusammen gesetzt) funktioniert nicht auf dem Wave
  • die beim SDK mitgelieferten Programmbeispiele (Geolocation) funktionieren nicht
  • der im Samsung Innovators Forum bereitgestellte Code funktioniert ebenfalls nicht
  • und selbst wenn es funktionieren würde: ein Bug rundet die Koordinaten derzeit sowieso auf Integer-Werte

Aber hey: ein Geocaching Widget im Emulator ist doch auch was feines, oder nicht?

Samsung bada IDE

Samsung bada IDE

Versuch 2: Als App

Also doch als “richtige” App umsetzen? Auch das habe ich versucht, aber schnell die Lust verloren. Warum?

  • die bada IDE läuft nur unter Windows, selbst in der VirtualBox gibt es Probleme
  • erstellte Anwendungen kann man nicht auf x-beliebigen Geräten installieren, ganz im Gegenteil:
    • es ist nicht möglich, Anwendungen direkt an Freunde weiter zu geben
    • und noch nicht einmal Anwendungen nur für den eigenen Gebrauch zu schreiben, denn es kann immer nur eine selbst-signierte App gleichzeitig installiert sein
  • manche Dinge (z.B. Error-Handling) sind bescheuert – und abweichend vom Standard – gelöst
  • um Karten (bada map control) in der eigenen Anwendung zu verwenden, muss man sich bei einem externen Anbieter (deCarta) registrieren (die Freischaltung kann auch mal länger dauern) und Lizenzschlüssel beantragen
  • nativer Code – so performant er auch sein mag – ist plattformabhängig
    • Samsung geht noch einen Schritt weiter und verlangt nicht nur für jeden Prozessor (zwangsläufig), sondern auch für je Bildschirmauflösung eine eigene Version

Okay, ich bin raus. Und ich frage mich, ob andere Entwickler nicht genauso schnell die Lust verlieren, was dem Appstore auch nicht das nötige Leben einhauchen wird…

Nachtrag

Wer sich vom oben geschriebenen immer noch nicht hat abhalten lassen und seine Anwendung zu Ende entwickelt hat, wird dann womöglich an den Samsung “Social Norms” Kriterien scheitern, nach denen nicht mal eine Zeitung erlaubt wäre. Sie sagen unter anderem:

  • keine Gewalt in irgendeiner Form
  • keine politischen Inhalte ?!
  • keine Drogen oder Alkohol
  • keine “Nacktheit”

Schade: eine BILD-App könnte demnach nicht erscheinen. Ich wusste nicht, dass die Koreaner noch abgefahrenere Wertvorstellungen haben als unsere amerikanischen Freunde (Apple)…
Was außerdem nicht geht:

  • keine eigenen Zahlungssysteme (PayPal-Spenden)
  • keine Bannerwerbung (Diskussion hier)
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Steves Antennagate Pressekonferenz

17. Juli 2010 2 Kommentare

Oder: Free bumpers! Und alle so YEAH

Eins muss man Apples CEO wirklich lassen: er hat für das Geld seiner Aktionäre hart gekämpft. Der Mist Die finale Lösung, die er gestern auf der Pressekonferenz in Cupertino präsentierte, kostet das Unternehmen keine geschätzten 1,5 Mrd. US$ (die ein Austauschprogramm wohl gekostet hätte), sondern ein paar Cent zzgl. Versand je Gerät.

Das Problem könnte aber seine verloren gegangene Glaubwürdigkeit sein: denn so viele verdrehte Statistiken wie gestern habe ich in kaum einer Präsentation zuvor gesehen. Von deren Belastbarkeit ganz zu schweigen…

Einige Beispiele gefällig?

  • Bei den anderen gezeigten Mobiltelefonen muss man das Telefon unnatürlich fest umklammern, um Balken zu verlieren, während beim iPhone 4 dazu ein einziger Finger an der richtigen Stelle ausreicht.
  • Er verglich die Rückläuferquote des iPhone 3GS über die gesamte Verkaufszeit mit den ausgelieferten Vorbestellungen (vgl. Folie) für das iPhone 4. Obwohl hauptsächlich Fanboys vorbestellen (und dafür auch anstehen)?
  • Über ein halbes Prozent aller Käufer beschweren sich über Empfangsprobleme. In Anbetracht der Verkaufszahlen ist das in absoluten Zahlen sicher nicht wenig. Aber die meisten iPhone 4 Käufer wissen auch wie man das Internet nutzt und finden schnell heraus, was andere bei der Hotline erfahren haben: es gibt keine Lösung! Warum also nochmal selbst anrufen?
  • Und wer AT&T Call Drop Top Secret Statistiken Glauben schenkt, werfe den ersten Stein.
Kinderfreundliche Farben beim iPhone 4

Kinderfreundliche Farben beim iPhone 4

Die IMHO einzige Lösung wurde im anfangs eingespielten YouTube-Video genannt: kauf es nicht, wenn es dir nicht passt!

P.S.: Mal sehen, was sich Apple bis Ende September einfallen lässt. Ich tippe auf eine neue Antennentechnik (womöglich eine dünne, transparente Kunststoffschicht auf dem Metallrahmen)…

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Samsung Wave aus Anwendersicht

4. Juli 2010 5 Kommentare
Heute geht es um das erste Handy mit Samsungs neuem bada Betriebssystem, über das ich in diesem Artikel bereits Mutmaßungen angestellt habe. Wie der Zufall (und Samsungs PR) so will, wurde ich dann mit Test-Geräten überhäuft.
Seit fast zwei Wochen steckt jetzt meine “wichtige” SIM-Karte im Samsung Wave, was ausreichen sollte, um euch einen Überblick zu verschaffen. Auch wenn das Wave laut Samsung keine Konkurrenz zum iPhone 4 darstellen soll, weder aus Kosten- noch aus Zielgruppensicht, habe ich mir erlaubt, einige kleine Vergleichsvideos einzubinden.

Was gefällt

  1. Das Display. Keine Frage. Die Entscheidung, in Mobiltelefonen ein (Super) AMOLED einzusetzen, war goldrichtig und wird künftig auch von vielen anderen Herstellern vollzogen werden. Im Vergleich zu einem herkömmlichen LCD sind die Farben kräftiger, das Schwarz schwärzer und der Blickwinkel weniger eingeschränkt. Im direkten Vergleich mit dem iPhone 4 fallen aber kaum Unterschiede auf:
  2. Auch die Verarbeitung weiß direkt nach dem Auspacken zu begeistern. Keine Spalten, kein Knarzen oder Knacken, hochwertige Materialen (Glas, Metall) verbaut, die Knöpfe sitzen fest und haben einen guten Druckpunkt. Das habe ich noch bei keinem Handy dieser Preisklasse gesehen.
  3. Womit wir auch gleich zum Kostenfaktor kommen. Nicht nur in der Anschaffung ist das Samsung Wave erschwinglich (Amazon: 330€, bei eBay in der Regel unter 300€), sondern auch im späteren Betrieb: wer sich gegen eine Datenflatrate entscheidet findet hier ein Telefon, das z.B. nicht automatisch von WLAN auf UMTS umschaltet. Viele Funktionen lassen sich auch auf WLAN-Nutzung beschränken.
  4. Die Geschwindigkeit weiß ebenfalls zu begeistern. Speziell Android-Liebhaber wie mich schockierte sie in den ersten Stunden regelrecht. Verzögerungen gibt es nicht/kaum und selbst beim Browser, auf den Apple so stolz ist, schlägt das Wave ein iPhone 4 knapp (abgesehen vom Flash Lite Plugin beim Wave):
  5. Die Foto und Video Funktionalität ist großartig. Videos lassen sich in HD-Qualität (720p) aufzeichnen, der Videoplayer spielt fast jedes Format (u.a. auch DivX, XVid, H264, MKV – auch in 720p). Fotos gelingen auch in schwierigen Lichtverhältnissen und werden häufig gelobt. Auch hier ein kurzer Vergleich zum iPhone 4:
  6. Und auch der Musikplayer ist gut gelungen: er integriert sich in den Lockscreen und das Schnellzugriff-Menü, ist aber auch im Vollbildmodus schick anzusehen. Direkt eingebaut ist ein Musikerkennungsdienst (ähnlich Shazam), um Songs, die man gerade hört, erkennen zu lassen. Er unterstützt die Wiedergabe von u.a. MP3, AAC und WMA.

Das ist okay

  1. Wer Probleme hat, kann den Support kostenfrei per eMail oder Festnetznummer (06196 / 9340275) kontaktieren. Die Antwortzeit auf zwei eMails von mir betrug “nur” 3 Tage (mit Samstag und Sonntag).
  2. Es ist zwar nett, dass Samsung Einstellungen für die wichtigsten Deutschen eMail-Anbieter (u.a. GMX, GMail, Web.de und 1&1) mitliefert, aber diese sind oftmals nicht die besten. Zum Beispiel wird für GMail das Konto als POP3-Account (WTF?!) eingerichtet statt per Exchange. Das Wave stellt auf Wunsch alle Accounts in einer Übersicht (Unified Inbox) dar.
  3. Die Akkulaufzeit ist in Anbetracht der Prozessorleistung und des Displays wirklich angemessen. Ich bezeichne mich durchaus als Heavy-User, habe häufig WLAN an und nutze Push-Mail, trotzdem hält der Akku etwa 2,5 Tage.

Nicht so schön

  1. Der App Store (genannt Samsung Apps) ist nett aufgezogen und sowohl direkt am Handy als auch über die PC-Software KIES nutzbar, aber selbst die grundlegendsten Anwendungen fehlen dort (noch). Um ein paar Beispiele zu nennen: es gibt keinen Kompass, die Suche nach “Twitter” liefert 0 Treffer, auch Geocaching Fans finden keine Anwendung.
  2. Das Handy unterstützt so viele Videoformate und die API sogar Streaming, aber als Nutzer kann man davon keinen Gebrauch machen. Es werden nur lokale und YouTube Videos vom eingebauten Player wieder gegeben. Eine Funktion “URL öffnen” fehlt.

Völlig indiskutabel

  1. Die PC-Software KIES ist mit das schlechteste, was mir je untergekommen ist. Konzipiert als eierlegende Wollmilchsau (Videos konvertieren, CDs rippen, diverse Synchronisationsfunktionen) kommt KIES als simulierter OS X Desktop samt Dock daher. Das Programm nimmt über 300 MB Speicherplatz auf der Festplatte ein und läuft selbst mit Mehrkern-Prozessor nicht flüssig. Und: KIES gibt es nur für Windows. Linux und Mac User müssen also auf Firmware-Updates verzichten. Und selbst Windows User (besonders die mit 64 Bit Systemen) klagen über zahlreiche Fehler.
  2. Das Social Hub (Zusammenführung mehrerer Accounts) ist eine fantastische Idee, die leider nur halbherzig umgesetzt wurde. Geplant war dies (Link zu Samsungs Projektseite), auf meinem Wave kommt stattdessen ein hässlicher Java-IM-Client (Palringo) mit, der nicht ins Adressbuch integriert wurde.
  3. Wer auch immer den Twitter Client entwickelt hat, nutzt den Dienst selbst nicht. Sonst wäre aufgefallen, dass Twitterianer gerne Bilder hochladen. Warum sind weder #Hashtags noch @Mentions irgendwie nutzbar = anklickbar?
  4. Die Widget Ebene wirkt wie ein ungewolltes Stiefkind. Regelmäßig verschwinden alle dort platzierten Widgets ins Nirvana. Einzige Lösung: alle neu einrichten. Auch, dass man hier nicht einfach Schnellstart-Icons für Programme anlegen kann, erscheint unlogisch.
  5. Multitasking ist leider nicht zu Ende gedacht: zwar können ausgewählte Anwendungen auch im Hintergrund weiter werkeln. Aufgrund des begrenzten Arbeitsspeichers wird wahrscheinlich jeder Wave Besitzer aber schonmal mit dem “Anwendungen beenden” Dialog konfrontiert worden sein. Soweit so gut, allerdings läuft der Dialog aber auch manchmal Amok, wenn zum Beispiel das einzige geöffnete Programm mehr Speicher haben möchte als verfügbar ist (z.B. der Browser).

So schön die ersten Punkte auf meiner Liste klingen, so ärgerlich ist der Rest! Als hilfsbereiter Tester habe ich die gröbsten Schnitzer an Samsung gemeldet, doch deren Antworten lassen meine Hoffnung auf (baldige) Besserung schwinden. Und ob sich die Situation im App Store in absehbarer Zeit ändert, bezweifle ich auch. Dazu bald mehr in einem Artikel über Entwicklung für die bada Plattform.

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Bada – Samsungs Zukunft im Handymarkt oder Totgeburt

17. Juni 2010 1 Kommentar
Bada (koreanisch für Ozean) heißt das mobile Betriebssystem, das Samsung in diesen Tagen mit aggressiv bepreisten Handys an die Konsumenten bringen möchte. Zum Beispiel mit dem Samsung Wave (S8500), einer typischen Touchscreen-Flunder mit Super-AMOLED-Display für etwa 300 Euro Straßenpreis:
Samsung Wave
Auch die anderen Eckdaten sind zeitgemäß: 1 GHz Prozessor, 5 MP Kamera, GPS & Co.
Und dann der große Wermutstropfen: bada. Als Vorbild für diese Eigenentwicklung diente hier offenbar Apple, aber abgeschaut haben sich die Koreaner vorrangig negative Punkte:
  • Closed Source System, obwohl ein Linux Kernel im Hintergrund werkelt
  • kein (echtes) Multitasking
  • bada ist geschlossen, neue Anwendungen lassen sich nur signiert über den Store von Samsung beziehen
  • Apps mit “sexually exclicit content” auch “incite(s) violence or hate” schaffen es nicht in den Store
  • wer schon einmal ein Samsung Handy besessen hat, weiß, wie schlecht es um (oftmals nötige!) Softwareupdates bestellt ist. Samsung Galaxy Käufer müssen – sofern sie das Gerät nicht wegen Sachmängeln an o2 zurückgegeben haben – weiterhin mit Android 1.5 Leben.
  • Thema Datenschutz: Samsung möchte die Daten von Nutzern und Applikationen auf deren zentralen Profilierungsserver zusammen führen. Man muss kein Pirat sein, um das bedenklich zu finden.

Bada OS

Auch der eine oder andere Entwickler mag sich an den Kopf fassen, wenn er das Samsung Bada SDK mit dem vergleicht, was beispielsweise Android bietet:
  • als IDE kommt bei bada ein angepasstes Eclipse zum Einsatz. Das ist gut, aber Samsung bietet den Download nur für Windows an und ganz ehrlich: “stable” fühlt sich anders an
  • Programmiersprache der Wahl ist C++. Das ist okay, aber smartphone-entwickler.de weist auf einige abartig anmutende Gängelungen der Entwickler hin
  • für jeden Prozessortyp (ARM-8, ARM-11, etc.) und jede Bildschirmauflösung künftiger Endgeräte muss eine eigene Version entwickelt und in den Store geladen werden. Das geht gar nicht.
Also haben wir meiner Meinung nach wohl auch keinen besonders lebendigen Market zu erwarten, denn wer entwickelt schon freiwillig für ein solches System? Auch wenn Samsung die Telefone derzeit an jeden an Reporter und Entwickler verschenkt…
Herzlich lachen kann der geneigte Leser vielleicht auch über das diesen Monat vorgestellte Samsung Wave 2 Pro (S5330). Ich assoziiere Pro mit Professional, für Samsung heißt Pro aber: kein UMTS mit an Bord.

Was sagt ihr zu Bada?
Ich fürchte ja, dass die meisten Leser mit iPhone und Android OS glücklich sind, freue mich aber über First-Hand Berichte!
[UPDATE] Wahrscheinlich bekommt ihr bald von mir einen detaillierten Bericht. Habe bei der großen Welle ein S8500 abgestaubt. [/UPDATE]
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Korrekturtool für wissenschaftliche englische Arbeiten

8. Juni 2010 3 Kommentare

Wer mir bei Twitter folgt, hat vielleicht von meiner Seminararbeit (Thema: An Introduction to Augmented Paper, PDF) gehört, die gestern ihren Weg zum Korrektor gefunden hat.

Niels (Homepage / Twitter) machte mich – in seiner zuvorkommenden Art – natürlich erst nach der Abgabe darauf aufmerksam, dass er ein nettes Tool entwickelt hat, um grobe Fehler in englischsprachigen Arbeiten zu vermeiden…

Nitpicker

heißt das gute Stück. Es bedient sich verschiedener Quellen, darunter

  • The Chicago Manual of Style: The Essential Guide for Writers, Editors, and Publishers (Chicago Editorial Staff)
  • Common Errors in English Usage (Paul Brians. William, James & Co)
  • BUGS in Writing: A Guide to Debugging Your Prose (Lyn Dupré)
  • und 7 weiteren…

um stilistische Fehler in Dokumenten zu verhindern. In meinem Beispiel monierte er zum Beispiel:

Seminararbeit.tex: 496:
‘It’s': did you mean ‘its’, ‘it is’, or ‘it was’? [Dupre: 80, #679]
[...ginning of an enormous growth. It's beacuse they are easy to handl...]

Seminararbeit.tex: 496: ‘It’s': did you mean ‘its’, ‘it is’, or ‘it was’? [Dupre: 80, #679]   [...ginning of an enormous growth. It's beacuse they are easy to handl...]

Als Ausgangsmaterial schiebt man dem Nitpicker eine LaTeX Datei unter. Heraus kommen die Texthinweise dann wahlweise als Ausgabe auf der Command Line oder als Inline-Markierungen in der PDF-Datei (realisiert als LaTeX Erweiterung). Eine grafische Oberfläche ist in Planung.

PDF Ausgabe Command Line Interface

Wer mit so viel Kritik am eigenen Text umgehen kann oder muss, dem empfehle ich dringend einen Blick auf den Nitpicker, der aktuell als Beta Download für Windows, Linux und Mac OS X verfügbar ist.

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Über twittipp.com

30. Mai 2010 Keine Kommentare

Worum geht es?

Nach einer Podcast Aufnahme mit Oli (aptgetupdate.de) entstand die spontane Idee, sein beinahe legendäre WM-Tippspiel künftig nicht mehr bei kicktipp durchzuführen, sondern auf eine Eigenentwicklung zu setzen.
Warum? Es nervte die prominente Werbung und das 300 Mittipper-Limit. Dank der
Kooperation mit Caschy von stadt-bremerhaven.de und zahlreicher Gewinne sind um die Tausend Teilnehmer erwartet.

Und dann?

Ideen schossen uns durch den Kopf. Neue Bedienkonzepte, Twitter-Integration, Ajax.
Moment: Twitter? Tippspiel? Twittipp! (Auch wenn von Anfang an klar war, dass Twitter keine Voraussetzung für die Nutzung des Dienstes werden soll)

Das war an einem Donnerstag Ende April. Am Montag darauf präsentierte ich (dank evolutionärem Prototyping) einen ersten lauffähigen Prototypen. Hier ein Screenshot für euch:

Noch glaubten nicht alle an die zeitnahe Umsetzbarkeit des Projekts, also galt es, binnen kürzester Zeit die wichtigsten Funktionen nachzurüsten und eine erste Private Beta zu starten. Durch Blogbeiträge bei Oli und Caschy wurde selbige eingeleitet. Schon am ersten Tag der Vorregistrierung wurde es meinem Testserver (VServer bei carrot-server.com) zu bunt.

Technik

Das Projekt musste umziehen, soviel war klar. Kurzfristig wurden zwei dedizierte Server klar gemacht: ein SunFire X4100 als Webserver (Debian, Apache) sowie ein SunFire X2100 als Datenbankserver (OpenSolaris, MySQL).

Betaphase

Über dreihundert Teilnehmer halfen uns, den einen oder anderen Bug bei twittipp.com noch vor dem “richtigen Start” auszubügeln. Die Betaphase endete am 22.5. mit dem Champions League Finale Bayern gegen Inter Mailand. Hier ein Screenshot der Bestenliste:

Backoffice

Doch das alles wäre nur halb so viel wert ohne brauchbare Administrationsoberfläche. Hier galt es, dem objektorientierten Modell eine schnelle und mächtige Eingabemaske zu bauen, die Veränderungen an der Struktur schnell mitmachen kann. Auch wenn sich wohl kein User je damit beschäftigen muss, möchte ich euch das Ergebnis nicht vorenthalten:

Twitter Integration

Auch wenn – wie gesagt – ein Twitter Account nicht erforderlich ist, bietet die Verknüpfung dennoch einige Vorteile: so lassen sich beispielsweise Tipps auch bequem per Tweet absetzen, z.B. in den folgenden Formen:

@twittipp Jogis Jungs – Down Under 3:1

@twittipp GER3 AUS1

@twittipp Deutschland 3:1 Australien

WM 2010

Die Weltmeisterschaft in Südafrika steht vor der Tür und twittipp ist bereit! Am 1. Juni gegen Mitternacht erhalten die Betaphasen-Teilnehmer als erste ihren Einladungslink per eMail zugestellt. Wer nicht dabei war, findet einen Link bei Oli oder Caschy sowie auf der twittipp Facebook Seite.
Bei so vielen tollen Gewinnen rate ich jedem, einfach auch mitzumachen.

Und die Zukunft?

Twittipp war von Anfang an als offene Tippspiel Plattform ausgelegt, das heißt:

  • beliebig viele Veranstaltungen
  • verschiedenste Sportarten
  • eigene Tipprunden anlegen

Das heißt: aus den Ergebnissen des großen Blogger Tippspiels lernen und die Plattform dann öffnen.
Natürlich steht auch eine API auf meiner ToDo-Liste, damit Entwickler auch
native Anwendungen z.B. für mobile Endgeräte entwickeln können. Auch die Übersetzung der Anwendung in die wichtigsten Sprachen wird in Angriff genommen.

Ein paar weitere Details gibt es außerdem bei “Über das Tippspiel” direkt auf der twittipp.com.

Wünsche, Anregungen, Fragen? Einfach melden!

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ServCity: Alter Wein in neuen Schläuchen

11. April 2010 25 Kommentare

Eigentlich zu traurig, um wahr zu sein, aber die “unendliche Leidensgeschichte” mit ServCity geht weiter. Siehe:

Mittlerweile wurde die von Herrn Marek Zarei geführte Firma, die sich in diversen Forenbeiträgen und Blogartikeln einen zweifelhaften Ruf erarbeitet hat, veräußert. (Der Statistik wegen: die Uptime der Server lag im Februar 2010 laut WHL bei lediglich 91,6%)

Laut Impressum wird ServCity nun von der “Core Internet GmbH” in Darmstadt (yellowgrey.de) betrieben. Geschäftsführer ist Pascal Malladi-Rao.

Trotz Übernahme der Server, Leistungen und Kunden scheint man sich nicht an schriftliche Vereinbarungen der ehemaligen Inhabers halten zu wollen. Mir liegt (wie im Artikel beschrieben) eine Kündigung durch ServCity vor, ausgestellt im Dezember 2009, unterschrieben durch den damals Berechtigten Herrn Zarei persönlich, Kündigungstermin: 01.04.2010.

Das hält die Firma aber nicht davon ab, mir am 1. April eine Rechnung über weitere 6 Monate “Dienstleistung” zuzusenden. Ich informiere ServCity über ihren Fehler unter Verweis auf das mir vorliegende Kündigungsschreiben.

ServCity Kündigung

Aus der Antwort zitiere ich hier:

Sehr geehrter Herr Stiffel,
wie Sie vielleicht der Signatur dieser und der vorherigen E-Mail, plus dem
E-Mail bzw. Postrundschreiben entnommen haben, hat sich der Betreiber des
Labels servcity geändert.
Im Übrigen sind Äußerungen wie Saftladen ein Leckerbissen für jeden Anwalt.
Wie dem auch sei, wir werden das Ticket nun bearbeiten und schließen.

Man fühlt sich also für die Handlungen der ServCity KG nicht verantwortlich?!

Achso. Und heute kam die erste Zahlungserinnerung per eMail. Was denken die juristisch bewanderten Leser unter euch? Reicht das für eine Strafanzeige wegen Betruges aus?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass diese Geschichte noch eine ganze Weile weiter geht. Updates gibt es natürlich hier.

[UPDATE]
Erste Mahnung flatterte am heutigen 14. Mai in meinen elektronischen Briefkasten. Eins muss man ServCity lassen: dreist sind sie ja.

[CeBIT 2010] Gadgets: Woxter Microbeat

6. März 2010 Keine Kommentare

Diese Winzlinge wissen zu überraschen, und das in vielerlei Hinsicht. In erster Linie soll dieses Gadget als Stereolautsprecher für Mobiltelefone, MP3-Player oder Notebooks dienen. Der Hersteller hat mir freundlicherweise ein Exemplar zum Testen überlassen.

Woxter Microbeat

Woxter Microbeat

Überraschung 1: Den Strom beziehen sie über einen internen Akku, der nach 45 Minuten Ladezeit (USB) bis zu 5 Stunden Wiedergabe ermöglicht. Der Ladezustand lässt sich an der Farbe der integrierten LED ablesen.
Überraschung 2: Mit Freunden macht es noch mehr Spaß! Es lassen sich praktisch unendlich viele Microbeats verbinden (jede Box hat einen Micro-USB Eingang und einen Klinkenstecker-Ausgang). 2 Boxen geben Stereo, ab 6 Boxen geht es richtig los…
Überraschung 3: Die beiden Boxen haften nicht nur aneinander, sondern können dank magnetischer Oberfläche und mitgelieferten Saugnäpfen beinahe jede glatte Oberfläche als Resonanzkörper für satten Bass nutzen.
Mehrere Microbeats

Mehrere Microbeats

Fazit: der Klang ist in Anbetracht der Größe überraschend gut, sollte aber natürlich nicht mit Geräten in anderer Preislage verglichen werden. Apropos Preislage: Leider ist das Gerät noch nicht direkt in Deutschland erhältlich. Das Set mit nur einer Box kostet im Shop von Woxter knapp 20 Euro. Als mobiler Begleiter zum Badesee oder ins Ferienhaus sind sie ideal geeignet.
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