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Archiv für die Kategorie ‘Technik’

[CeBIT 2010] Rückblick

6. März 2010 4 Kommentare

Heute geht sie zu Ende, die CeBIT 2010. Sie war geprägt von deutlich weniger Ausstellern und halbleeren Messehallen als in den Jahren zuvor.

CeBIT 2010

CeBIT 2010

Und dennoch gab es auch dieses Jahr wieder einiges zu sehen! Die deutlich spürbaren Trends waren:

3D

3D fasziniert die Massen! Stände mit neuen (brillenlosen) 3D Monitoren hatten richtige Menschentrauben vor ihren Messeständen. Und zugegeben: die Technik überzeugt, auch wenn sie sich auf Fotos nicht einfangen lässt!
Hier 3 Produkte im Fokus:
  1. 3D Kamera + Viewer als Bundle (MoboView ECi3D)
    3d Cam

    3D Kamera

    3D Kamera 2

    Kamera von Hinten

  2. Die beste Qualität ohne Brille gab es beim Fraunhofer HHI: 3D4YOU
  3. alltagstaugliches Heimkino mit schicken Brillen fand man bei Hyundai

    Hyundai 3D

    Hyundai Heimkino

    Hyundai 3D 2

    mit schicken Brillen

Berührungslose Steuerung

Nicht nur für Menschen mit Behinderung sind berührungslose Steuerungen ein Thema. Sie können für jeden Computerbenutzer nützlich und bequem sein. Der schwedische Hersteller Tobii präsentierte beispielsweise einige Produkte mit präzisem (und unsichtbaren) Augentracking, die u.a. für Marktforschungszwecke zum Einsatz kommen.

Augensteuerung

Augensteuerung

Einen anderen Weg geht das Fraunhofer IGD, die Handbewegungen einige Zentimeter über einer Platte analysieren und zur Steuerung eines Computers nutzen.

Touchscreens und Multitouch

Touchscreens (vorzugsweise natürlich mit Multitouch) haben sich auf der Messe durchgesetzt. Wohin das Auge schaut: Displays voller Fettabdrücke und Schlieren. Nicht nur Microsoft, sondern auch die meisten Gerätehersteller setzen dazu auf Windows 7, wobei die derzeit in Arbeit befindliche Linux-Unterstützung (siehe Video) vielversprechend aussieht.
Multitouch

Windows 7 Multitouch

Mobiltelefone

Leider gab es hier kaum Neues zu entdecken, denn die meisten Geräte wurden bereits vor 3 Wochen auf der MWC in Barcelona gezeigt. Meine zwei Highlights waren:

(Einen ausfühlichen Hands-on-Test gibt es bald bei www.an-droid.net)

HTC Highlights

HTC Highlights

Zu anderen Entdeckungen (u.a. eBook-Reader, Tablet PCs / iPad Klone) folgen hier eigene Themen-Specials.
Und noch ein Schlusswort… Liebe Telekom, mein Tipp an euch für die CeBIT 2011: bietet doch ausnahmsweise mal zeitgemäße Tarife an, statt das Geld eurer Kunden wieder in einen riesigen Stand zu investieren! (Stichwort: mobile Datentarife)

Toshiba T110 Test + Linux Tipps [updated]

6. Januar 2010 3 Kommentare

Da ich im Dezember ohne MacBook Air gen München fliegen musste (warum lässt sich hier nachlesen), habe ich Ersatz beschafft.

Meine Anforderungen:

  • hohe Portabilität (10-13 Zoll)
  • geringes Gewicht (bis 1,5 kg)
  • guter Bildschirm (möglichst non-glossy, hohe Auflösung)
  • ausreichend Leistung für Eclipse und die Wiedergabe von 720p Filmen
  • und nicht zuletzt: gute Serviceoptionen

In diesem Bereich driften die Angebote weit auseinander. Auf der einen Seite gibt es den Premium-Sektor, z.B. lachte mich Lenovos X200s sehr an. Hier verzichtet man aber auf modernes Design und praktische Funktionen, wie eine Webcam, zugunsten von Business Features (Fingerabdruck Scanner, robustes Gehäuse). Leider ist aber der Preis in Deutschland happig (der Grundpreis liegt bei über 1600 Euro). Auf der andere Seite stehen Netbooks mit Atom Prozessor…

Nach einiger Recherche und dem Besuch von 3 Elektronikmärkten war der Kompromiss ein Toshiba T110. Auch wenn er nicht alle Punkte meiner Wunschliste erfüllt
- das Klavierlackgehäuse zieht Fingerabdrücke an
- das Display ist glossy
wird das Gerät zu einem sehr fairen Preis (um die 500 Euro) angeboten.

Dafür erhält man aber jede Menge Technik:

  • Intel Pentium Low Voltage (SU2700) Prozessor mit 1,3 GHz
  • 3 GB DDR3 RAM (800 MHz)
  • 250 GB Festplatte (5.400 rpm)
  • 11,6″ LED-backlit LCD Display im 16:9 Format
  • fantastische Auflösung (1366×768 Pixel)
  • GMA 4500M Grafikkarte
  • HDMI + VGA Ausgang (max. 1920×1200 Pixel)
  • guter Akku (Laufzeit unter Windows 7 etwa 6-7 Stunden, mit Ubuntu etwa 5, jeweils mit hellem Display und WLAN aktiviert)
  • WLAN 802.11b/g (leider kein n)
  • 5-in-1 Kartenleser (SD, Memory Stick (Pro), MMC, xD)
  • Windows 7 Home Premium vorinstalliert

Meine Einschätzung nach 3 Wochen: Die Tastatur ist gut, das Touchpad zu klein, aber okay. Das Display lässt sich mit maximaler Helligkeit trotz Spiegeleffekt aber ertragen.

Zurück zum Betriebssystem: Windows kann ich – egal wie gut die Benutzeroberfläche bei 7 auch gelungen ist – nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Die Installation von Ubuntu gelingt mit einigen Tricks, unterliegt aber folgenden Beschränkungen:

  • Das eingebaute Mikro wird von ALSA nicht erkannt
  • Die Stromsparfunktionen sind Linux-typisch eher mau

Und jetzt noch ein Tipp, wie man Ubuntu (samt WLAN) vom USB Stick installiert bekommt:

  1. Unter Windows aktuelles BIOS Update von Toshiba herunterladen und installieren
  2. Ubuntu 9.10 (aktuelle Version, 32-Bit) herunterladen, Windows “USB Installer” herunterladen. USB Stick dann mit dem Tool erstellen.
  3. Computer herunterfahren, Neu starten und direkt per “ESC”-Taste ins BIOS Setup wechseln. Dort WLAN deaktivieren (sonst bricht Live CD mit einem Kernel Panic ab)
  4. BIOS-Einstellungen speichern, nach dem Neustart mit der “F2″-Taste den Boot Device Selector öffnen. Hier den USB Stick auswählen.
  5. Ubuntu normal installieren und einrichten. Achtung: Es steht nur LAN zur Verfügung, also ggf. Kabel bereithalten.

Jetzt kommt der (ziemlich dreckige) WLAN Fix:

  1. Windows XP Treiber für WLAN Karte hier bei Toshiba herunterladen. Im Terminal per

    sudo apt-get install ndiswrapper-common ndisgtk

    den ndis-Wrapper sowie die GUI dazu installieren.

  2. Den vermeintlich defekten Realtek Treiber sperren: dazu per

    sudo gedit /etc/modprobe.d/blacklist.conf

    die Blacklist laden und dort folgende Zeile ergänzen:

    blacklist rtl8187se

  3. Notebook herunterfahren, beim Neustart in die BIOS-Einstellungen wechseln, WLAN dort aktivieren, speichern, neu starten
  4. Unter “Systemverwaltung > Windows WLAN Treiber” nun den heruntergeladenen Windows Treiber installieren. Ab diesem Zeitpunkt funktioniert WLAN, doch leider ohne WPA(2)-Verschlüsselung
  5. Jetzt kommt der verblüffende Trick. Folgende Befehle im Terminal ausführen:

    sudo rmmod ndiswrapper;sudo modprobe rtl8187se

    Dadurch wird der ndis-Wrapper entladen und an dessen Stelle der “defekte” Treiber geladen. Voila: Alles funktioniert.

  6. Wer zu faul ist, diesen Trick bei jedem Neustart erneut ausführen, bastelt sich ein Bash-Script und lässt es per RC bei jedem Start laden.

[UPDATE]

Um es Ubuntu zu ermöglichen, die Displayhelligkeit zu regeln, einfach folgendes durchführen:

  1. Die Datei /etc/default/grub mit Superuser-Rechten zum Bearbeiten öffnen (sudo vi /etc/default/grub)
  2. In der Zeile GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT folgendes ergänzen:
    nomodeset acpi_backlight=vendor
  3. Zu guter Letzt noch die Konfiguration anwenden per sudo update-grub
  4. Jetzt lässt sich die Monitorhelligkeit mit den Hardwaretasten steuern.

[UPDATE]

Bei Fragen oder Tipps zu Linux auf diesem Gerät einfach melden!

Passwortmanagement mit LastPass

5. Januar 2010 4 Kommentare

Keine Frage, 1Password ist eine klasse Lösung. Allerdings mit einigen Nachteilen: Der Hersteller hält der Apple Plattform strikt die Treue. Will heißen: 1Password gibt es nur für OS X, iPhone + iPod touch.
Wer nun in der Arbeit Windows, zu Hause vielleicht Linux und unterwegs ein MacBook nutzt, schaut in die Röhre. Bis jetzt.

Seit einigen Wochen nutze ich nun LastPass als neuen Passwortmanager. Vom Funktionsumfang nehmen sich die beiden Produkte kaum etwas, der wichtigste Unterschied ist die Plattform: LastPass läuft “in der Cloud” als webbasierter Dienst.
Auf diesen webbasierten Dienst können dann unzählige Clients zugreifen, zum Beispiel

  • Extensions für Firefox, Safari, Google Chrome, Internet Explorer
  • Entschlüsselungssoftware “LastPass Sesame” (Premium)
  • Clients für iPhone, Blackberry, Windows Mobile, Android und Symbian S60 (Premium)

Sehr praktisch: der Datenbestand ist überall synchron.

Es gibt zwei Arten der Mitgliedschaft bei LastPass: die kostenfreie, die einem aber dennoch alle grundsätzlichen Funktionen bietet und eine Premium Variante, die darüber hinaus weitere Clients (Mobiltelefone, PCs) bietet und auf Werbung verzichtet. LastPass Premium kostet 12 $ / Jahr (etwa 8,60 €). So viel ist mir dieser praktische Service wert!

Um den Umstieg einfacher zu gestalten bietet der Dienst zahlreiche Importfunktionen, darunter Filter für:

  • Firefox Passwortmanager
  • 1Password
  • eWallet
  • KeePass
  • MyPasswordSafe
  • SplashID

P.S.: Alle Passwörter werden stets clientseitig verschlüsselt, bevor sie an den Dienst übertragen werden. Wer sich näher mit der eingesetzten Technik (“salted” hashing, etc.) auseinander setzen möchte, findet in den FAQ weitere Infos.

Links

Dein günstiges Linux Mediacenter – Teil I

2. Januar 2010 7 Kommentare

Seit einiger Zeit bastle ich nun schon am “optimalen HTPC” als Nachfolger für meinen Apple TV. In dieser dreiteiligen Serie erfahrt ihr, wie ihr für unter 400 Euro (alles inklusive!) mit ein bisschen Linux-Erfahrung ebenfalls zum bezahlbaren Mediacenter kommt.

Die drei Teile:

Teil I: Beschaffung
Teil II: Linux einrichten
Teil III: Software installieren & anpassen

Zuerst einmal möchte ich die Ziele abstecken:

  • Wiedergabe von Filmen unterschiedlichsten Formats in 720p / 1080p (HD ready / Full HD)
  • Live-TV mit Pausefunktion + Aufnahmemöglichkeit
  • Abspielen von DVDs
  • Fotoverwaltung + Diashows
  • Bequeme Musikverwaltung
  • Steuerung der Anlage wahlweise über Fernbedienung, Handy und Computer
  • Bequemer Downloadmanager
  • Webinterface, damit die wichtigsten Funktionen auch von Unterwegs aus zugänglich sind

Entschieden habe ich mich – nach einigem hin und her – für den
ASROCK Ion 330 als Basis
Für rund 280 Euro (z.B. 279 zzgl. Versand bei HoH) erhält man jede Menge Technik:

  • Dual Core Atom (2x 1,6 GHz)
  • 2 GB RAM
  • ION Chipset mit nVidia GeForce (On Board)
  • HDMI Out, optisches SP/DIF Out
  • 6x USB, Gigabit LAN
  • Multiformat-DVD-Brenner

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber das Gehäuse ist klein, aus Metall sowie in den Farben schwarz und weiß erhältlich. Wer möchte, versteckt ihn – wie ich – hinter einer Stehleuchte. Und die Wiedergabe von 720p Material in ordentlicher Bitrate belastet den Prozessor nur zu knapp 20%.

Um das Mediencenter zu steuern, bevorzugen viele Heimkino-Enthusiasten eine Fernbedienung. Ich habe mich für ein günstiges Modell aus China “PC Remote Controller” (umgerechnet etwa 6 Euro inklusive Versand bei Focalprice) entschieden, das ohne Treiber auskommt und stattdessen Maus und Tastatur simuliert. Die FB funktioniert klasse, sobald die Tasten einmal den richtigen Programmen zugeordnet sind.

Was nun noch fehlt, ist/sind TV-Receiver. Je nach Empfang (Kabel, Satellit, Antenne) und Technik (analog oder digital) sind unterschiedliche Geräte nötig. Ich habe hier eine Kombination aus analogem Kabelempfang und DVB-T eingerichtet. Dafür setze ich meine alte Terratec Cinergy T2 (DVB-T) und einen EyeTV Hybrid ein. Aber das nur, weil sie eben schon da waren. Euer vorhandener DVB-T-Stick wird höchstwahrscheinlich ebenfalls unterstützt.
Tipps bezüglich der von Linux unterstützten USB-Empfänger findet im hier im VDR Wiki!

Zum Schluss: das Kabelzeug. Ihr benötigt auf jeden Fall noch ein HDMI-Kabel zum Fernseher. Lasst euch hier von keinem Händler Unsinn bezüglich der Kabelqualität bzw. völlig überteuerter “Premium-Kabel” erzählen, denn HDMI ist ein digitales Signal. Entweder die Information (0/1) kommt an oder eben nicht. So ein 2m-Kabel (Amazon Basics, 5,45 Euro) reicht in jedem Fall.
Da mein Receiver noch aus einer Zeit ohne HDMI stammt, konnte ich die mancherorts beschriebenen Probleme mit 5.1 over HDMI nicht testen. Meine Lösung mit zusätzlichem optischem Toslink-Kabel (Amazon Basics, 2m, 8,95 Euro) funktioniert zuverlässig.

Als Vorbereitung auf Teil II empfehle ich jetzt schon den Download von Ubuntu 9.04 64-Bit (manche ION 330 bereiten Probleme mit der aktuellen Version 9.10).

Apple “Care” bei Jessen Lenz Rostock

29. Dezember 2009 8 Kommentare

Ein netter Leser hatte mich bei meinem letzten Ärgernis mit Apple (geplatzter Akku) auf den Apple Servicepartner in Rostock – Jessen Lenz aufmerksam gemacht.

Nur eine Woche später kam ich dank meines Zeitnotebooks (MB Air) in den zweifelhaften Genuss, genau diesen authorisierten Servicepartner zu testen. Woran kränkelte das Air?

  • der Lüfter hat nach einiger Zeit nervende (Schleif-)Geräusche von sich gegeben
  • das Scharnier am Display wies von Anfang an den Air-Serienfehler (Apple Support Artikel) auf, bot also immer weniger Festigkeit. Resultat: ein wackelnder / zufallender Monitor.

Natürlich kommen solche “Problemchen” in einem Notebookleben vor und eine generell schlechte Qualität würde ich Apple auch nicht unterstellen.

Traurig ist aber – mal wieder – der Service. Für 250 Euro gibt es im Apple Care Protection Plan einfach keine nennenswerte Leistung. Für deutlich weniger Aufpreis gibt es bei anderen Herstellern 3 Jahre Next-Day Vor-Ort (z.B. Toshiba 3 J, 172 Euro).
Hier also meine aktuelle Reparaturhistorie:

  • 10.12.2009 vormittags Anruf bei Apple Care, nette Mitarbeiterin, zwei Reparaturnummern bekommen
  • 10.12.2009 mittags Habe das Gerät bei Jessen Lenz in der Lagerstraße vorbei gebracht. Aussage: “Vielleicht schaffen wir das sogar bis zum kommenden Dienstag (15.12.)”
  • 13.12.2009 mir raucht ärgerlicherweise meine Time Machine Festplatte ab
  • 16.12.2009 Ich rufe bei Jessen Lenz an. Aussage: “Gerät ist schon repariert, aber noch nicht von Apple freigegeben.”
  • 21.12.2009 Ich rufe erneut bei Jessen Lenz an. Aussage: “Ist immer noch nicht freigegeben.” Das Angebot, meine Kreditkartendaten als Sicherheit zu hinterlegen, damit ich das Notebook über Weihnachten mit nach München nehmen kann, wurde ausgeschlagen. Noch schlimmer: ich bat darum, mir wenigstens meine wichtigsten Daten auf einen USB Stick sichern zu dürfen. Antwort: “Dafür holen wir das Gerät nicht aus unserem Lager”.
  • 29.12.2009 Erneuter Anruf meinerseits: ein Band erzählt mir, dass das Büro erst ab 11.01.2010 wieder besetzt sei.

[UPDATE vom 1.1.2010]

  • 01.01.2010 Bekomme – trotz Neujahr – telefonisch die Info, dass Apple den Ersatzteil-Status freigegeben hat. Am 4. Januar kann ich mir das Gerät abholen.

[/UPDATE]

[UPDATE 4.1.2010]

  • 04.01.2010 Wow! Habe das Notebook endlich zurück. Jetzt ab zu eBay damit!

[/UPDATE]

Ursächlich für diese extreme Verzögerung ist laut Jessen Lenz eine kleine Delle an der linken Seite des Monitors:

Widersprüchlich dazu sagt der Reparaturstatus auf apple.com, dass mein Gerät schon seit 15.12. zum Abholen bereit ist:

Wer gerade seine Thesis über TQM schreibt, jetzt aufpassen, denn genau so müssen Reparaturen laufen:

  • Reparaturzeit länger als einen Monat
  • proaktive Kundenkommunikation vermeiden
  • und ja nicht im Sinne des Kunden handeln

Was mich brennend interessiert: was machen mittelständische Firmen, die mit Apple Rechnern arbeiten müssen? Ersatzgeräte oder zugesicherte Reparatur-/Antwortzeiten (also das was man als professionellen Support bezeichnen könnte) gibt es ja beim angebissenen Apfel nicht! Also immer Ersatzgeräte im Lager halten!?

P.S.: Bevor mich Fanboys in den Kommentaren belehren: mir ist durchaus bewusst, dass Reparaturen besser verlaufen können und es auch zuvorkommende Service Partner gibt. Allen Münchnern empfehle ich z.B. dringend den (ggf. weiten) Weg nach Isen zu Agelero IT-Systeme bzw. direkt in den Apple Store. Aber: in Rostock gibt es keine Alternative!

Offener Abschiedsbrief an Apple [updated]

5. Dezember 2009 72 Kommentare

sadapple.jpgEigentlich wollte ich in diesem Artikel nur eine weitere Episode der Ärgernisse mit meinem MacBook Pro beschreiben. Eine Episode, die ihr vorzeitiges Ende in einer Strafanzeige gegen Apple genommen hätte.

Der eine oder andere Leser erinnert sich vielleicht an die Qualität meines MacBook Pros – immerhin hatte ich ja an anderer Stelle schon darüber berichtet. Seit heute steht fest, dass ich wohl in diesem Leben kein Apple Produkt mehr kaufen werde. Warum?

Zur Vorgeschichte

Heute früh sehe ich, dass mein MBP irgendwie komisch dasteht – anders als sonst. Dann habe ich das Gerät vorsichtig umgedreht und schockierendes entdeckt:

DSC_0008.jpg DSC_0010.jpg

Ja, der Akku hat sich ausgedehnt. Von Explosionsspuren zum Glück nichts zu sehen. Hier noch einige Detailansichten:

DSC_0002.jpg DSC_0005.jpg

Apple “Care”

Da es sich hier offensichtlich um einen Materialfehler handelt – immerhin ist der Akku noch keine 1,5 Jahre alt – versuchte ich, schnell jemanden ans Telefon zu bekommen, um mein Problem zu schildern und einen Tauschakku zu erhalten. Samstag ist dafür wohl nicht der richtige Tag, denn erst nach 44 Minuten (zu je 14 Cent / Minute) hatte ich jemanden an der anderen Seite.

Dann allerdings der Brüller: “Ihr Akku ist nicht explodiert.”, diese Ausdehnung sei ein “normales Verhalten am Ende der Lebenserwartung”. Apropos Lebenserwartung: die liegt gemäß Hotline bei 300 Zyklen, also einem guten Jahr bei notebook-typischer Nutzung.

  • Tauschakku? Nein.
  • Verständnis für meine Verärgerung? Nein.
  • Bezüglich des (kleinen) Kratzers auf meinem Glas-Schreibtisch wurde der Fall aber immerhin eskaliert.

Und wenn mich der Kundenservice einer Firma (ja, ich habe mich auch zum Vorgesetzten durchstellen lassen) so verärgert, dass ich direkt im Anschluss am liebsten zur nächsten Polizeidienststelle fahren möchte, um Strafanzeige zu stellen, läuft etwas falsch.

Abschied

Mein erster Mac war ein weißes iBook G4 im Jahr 2003. Es folgten PowerMac, PowerBook, MacBook Pro, Mac Mini und zuletzt ein MacBook Air. Dazu unzähliges Zubehör wie Displays, Peripherie, iPhones und Software.
Doch das ist nicht alles: nicht zuletzt dank meiner Lobeshymnen auf das gute Zusammenspiel zwischen Soft- und Hardware und dem Support aus einer Hand konnte ich viele Freunde vom Mac überzeugen. Mindestens 10 PC User sind so mittlerweile zu begeisterten Macianern geworden, so wie ich einst einer war.

Doch das ist jetzt vorbei. Nach 6 Jahren endet diese Romanze, denn ich werde einer Firma, die ihre Kunden so mies behandelt, nicht weiter mein Geld hinterher werfen. Adieu, Cupertino.

notebooks.jpg

PS: Und zum Glück läuft OS X ja nicht mehr nur auf Geräten mit Apfel-Logo…

PPS: Mein MacBook Pro gibt es demnächst auf eBay zu erstehen.

[UPDATE]

Der Apple Executive Support hat sich vorhin (9.12. vormittags) auf mein Fax hin gemeldet und sich für das Verhalten der Supporthotline und meine Unannehmlichkeiten entschuldigt. Für weitere Rückfragen hinterließ mir die Dame ihren Namen und ihre (kostenlose) Telefonnummer. Die versprochene eMail “Bestellung von Komponenten zur Selbstinstallation” mit kostenlosem Ersatzakku liegt mir mittlerweile vor. Die Wut aus meinem Bauch hat merklich nachgelassen, ein fahler Nachgeschmack bleibt aber: Warum muss man so “drastische” Maßnahmen ergreifen, bis sich was tut?

[/UPDATE]

Erfahrungsbericht Nummernportierung blau.de > o2

29. Oktober 2009 2 Kommentare

Nachdem ich – wie Oli – beim letzten Angebot von o2 gleich zugeschlagen habe, stand ich vor einem Problem:

Das Netz von o2 ist hier in Rostock und Umgebung nicht nur deutlich besser ausgebaut, sondern bietet den Datenturbo HSDPA, was im direkten Vergleich mit 2 baugleichen Android-Geräten den Seitenaufbau im Durchschnitt um 300% beschleunigt. Während die nur unwesentlich teureren Gesprächsminuten bei mir ohnehin kaum ins Gewicht fallen, entsprechen 50 Frei-SMS im Datenpaket M für mich einer Quasi-Flatrate.

Es war also klar, dass ich mit meiner Hauptrufnummer zu o2 wechseln möchte.

Was gilt es zu tun?

  1. Rufnummernmitnahme zu o2 ankündigen
    (dazu das Formular “Mitnahme der Mobilfunknummer” hier downloaden, ausfüllen und an o2 faxen)
  2. Verzichtserklärung an blau.de senden
    (Formular hier downloaden, ausfüllen und an blau.de faxen)
  3. Portierungsgebühr i.H.v. 24,95€ an blau.de überweisen
    WICHTIG: Eine verrechnung mit eventuell vorhandenem Guthaben ist nicht möglich, ihr müsst exakt den Betrag von 24,95 an folgende Bankdaten überweisen:
    Blau Mobilfunk GmbH / Konto: 159 09 00 / BLZ: 478 400 65 (Commerzbank Gütersloh)
  4. Eingang der Portierungsgebühr abwarten
    der Eingang wird in der Regel binnen 3 Werktagen per eMail bestätigt.
  5. o2 informieren
    Einfach eine kurze eMail an o2-RUFNUMMERNMITNAHME@o2.com unter Angabe der Kundennummer und alten Rufnummer, dass die Übernahme nun durchgeführt werden kann.
  6. Restguthaben auszahlen lassen
    Sobald die alte Karte von blau.de deaktiviert wurde, kann man sich (gebührenfrei) das Restguthaben auszahlen lassen. Anweisungen dazu bekommt man per eMail an service@blau.de.

Das ganze Prozedere dauerte bei mir etwa 2 Wochen. Wie sind eure Erfahrungen damit?

Chip.de testet Mobiltelefone

26. Oktober 2009 3 Kommentare

Ein Kommilitone hat mich heute auf die sehr amüsante Handy-Bestenliste bei Chip.de aufmerksam gemacht.chipscreenshot.jpg

Hier testen Praktikanten professionelle Redakteure für ein Magazin, das sonst eher für “Windows noch schneller und sicherer” Artikel bekannt ist. Ich bin weder Apple-Fanboy (iPhone 3GS, Chip-Rang 28) noch Android-Fanatiker (HTC Hero auf Rang 73), aber wer sieht was auf sich den besseren Plätzen so tummelt, muss sich das Lachen oft verkneifen. Beispiele gefällig?

  • Platz 2: Nokia 5800 (siehe CeBit Berichtschlechter kann man eine Touch Oberfläche nicht gestalten)
  • Platz 10: LG GD900 Crystal (ohne GPS, kein App-Store)
  • Platz 17: LG KM900 Arena (ohne GPS, kein App-Store)

Selbst das 2,5 Jahre alte N93i auf S60 3.0 Plattform ohne HSDPA, ordentlichem Browser oder Store schneidet deutlich besser ab als das HTC Hero. Dass das innovative Samsung Galaxy keine frei belegbaren Tasten bietet, ist bestimmt Grund genug für Platz 93.

Eine hohe Aussagekraft hat auch die “Tabelle mit Detailinformationen”, die Chip für jedes getestete Gerät anbietet. Statt Details zum installierten Webbrowser zu liefern, gibt es eine Spalte “WAP-Browser”. Ob und mit wie vielen Anwendungen ein App-Store verfügbar ist, wird verschwiegen. Dafür erfährt man die Anzahl der vorinstallierten Spiele und ob eine Java VM vorhanden ist.

Link zum Selberlachen:


P.S.:
Zum Vergleich noch der Link zur Konkurrenz von Computerbild. Und fast noch besser als bei Chip: Die Unterscheidung zwischen “Handy” und “PDA Phone” bei Connect.

KategorienMobilfunk Tags: , , , , ,

Geocaching Apps für Android

24. Oktober 2009 5 Kommentare

Eines vorab: Geocaching auf Android Mobiltelefonen ist nicht ganz so bequem wie vom iPhone gewohnt. Das liegt vornehmlich daran, dass es (noch) keine offizielle Anwendung von Groundspeak, der Firma hinter Geocaching.com gibt.
Die hohe Genauigkeit der AGPS-Sensoren macht aber selbst das G1 zum interessanten Geocaching-Utensil, weshalb ich hier kurz zwei kostenlose Apps vorstellen möchte.

Cache ‘n’ Go

Cache ‘n’ Go ist kostenlos im Android Market erhältlich. Über den eingebauten Browser wird die Geocaching.com Seite mit Umkreissuche gestartet. Die gefundenen Treffer lassen sich relativ bequem in den integrierten Speicher importieren. Kartenansicht und Kompass werden auf einer Seite dargestellt. Leider lässt sich die Kartenansicht nicht auf “Straßenkarte” umstellen und auch nicht deaktivieren (um beispielsweise Datenvolumen zu sparen).

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Geobeagle

Geobeagle ist Open Source und steht unter Apache 2.0 Lizenz. Wer Caches in der Nähe sucht, öffnet den normalen Android Browser, besucht Geocaching.com, wählt einen Cache aus und klickt dort auf den “Google Maps” Button. Im “Aktion durchführen mit” Menü wählt man GeoBeagle und schon kann es losgehen. Alternativ lassen sich die Wegpunkte auch vorab am Computer herunterladen (z.B. im LOC- oder für Premiummitglieder auch GPX-Format) und am Handy dann importieren. Die Kompassdarstellung ist zwar schlicht, zeigt aber alle notwendigen Informationen an. Bei Google Maps lässt sich zwischen Satelliten- und Kartendarstellung wählen.

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iPhone Navigation mit CoPilot live 8

10. Oktober 2009 3 Kommentare

Nach einer herzlich geführten Diskussion über den Sinn oder Unsinn von Navigationssoftware fürs Handy habe ich die aktuelle Version von CoPilot live selbst im Praxistest probenavigiert.

Wer die Lösung von TomTom kennt, weiß, warum ich bisher nicht vom Handy-Navi-Konzept überzeugt war: 70€ für die D-A-CH Software + 100€ für die “TomTom Car Kit” getaufte Halterung macht in Summe 170€. Für dieses Geld bekomme ich alternativ ein gutes Stand-Alone Gerät mit größerem Display, besseren Lautsprechern und Bluetooth Freisprecheinrichtung…

Die Lösung von ALK Technologies hingegen kostet nur einen Bruchteil, nämlich 34€ für die D-A-CH Version. Wer iPhone Halterung und KFZ-Ladekabel bei Focalprice direkt in China bestellt, zahlt für beides zusammen inklusive Versand etwa 6€. Macht zusammen weniger als 40€!

CoPilot live 8

Was erhält man für diesen Preis? Erstaunlicherweise eine ausgereifte offline Navigationslösung mit aktuellem Kartenmaterial. Direkt aus dem App Store geladen macht es sich das Programm auf gut 400MB Speicher bequem. Der Start geht schnell von statten (etwa 9 Sekunden auf einem iPhone 3G), die schicke Optik der 3D Ansicht und die einfach gehaltene Benutzeroberfläche wissen zu gefallen. Selbst während der Fahrt lassen sich die riesigen Knöpfe bequem bedienen (natürlich nur vom Beifahrer).

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Erster Start, Menüführung, Zielauswahl

Die Berechnung einer Route quer durch die Bundesrepublik (von Rostock ins Münchener Umland) dauert nur 10 Sekunden. Wer dann startet, findet eine Navigationsansicht vor, die alle notwendigen Informationen übersichtlich anzeigt. Viele Optionen lassen sie an die eigenen Vorstellungen anpassen.

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Navigation in Hoch- und Querformat sowie Farbeinstellungen.

Optionsvielfalt

Wer sich ein wenig durch die Menüs hangelt, findet viele gute Funktionen. Zum Beispiel “Pannendienst”, wo die aktuelle Straße samt Hausnummer, GPS Koordinaten und die Nummer des nationalen Autoclubs eingeblendet werden. Oder “Live Wetter“, das über UMTS einen Wetterbericht für den aktuellen Standort oder das Ziel anzeigen kann. “Live Verkehr” als Ersatz für TMC ist leider noch nicht freigeschaltet und “Benzinpreise” hat noch keine Daten für Deutsche Tankstellen. Besonders positiv hervorheben möchte ich den Fahrspurassistent (nicht nur für die Autobahn), den eingebauten Radarwarner (“Sicherheitsalarm”) und konfigurierbare Geschwindigkeitswarnungen, um auch kein Problem mit mobilen Messungen zu bekommen.

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Fazit

Günstiger gibt es nicht, besser geht es kaum. Selbst der direkte Vergleich mit meinem Medion Navigationssystem endete in einem Remis. Mir fehlen aber derzeit Verkehrsmeldungen (kosten in den USA 19,99$ / Jahr, sind für Europa leider noch nicht verfügbar).

Link